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Skispringen Kornspitz



Nick Alexander: „Ich bin Fit und bereit für den Winter“ (10.11.2009)

Beim Sommer-Grand-Prix konnte er gleich vier Mal unter die Top 30 springen, vor einigen Wochen entschied er die nationalen Meisterschaften in den USA für sich. Die Rede ist von Nick Alexander. SKIJUMPING.de hatte die Gelegenheit im Exklusiv-Interview mit dem US-amerikanischen Skispringer über seine bisherigen Erfolge, die kommende Saison und dem Skisprungsport in den Vereinigten Staaten zu reden.

Herr Alexander, erst einmal Glückwunsch für den Sieg bei den nationalen Meisterschaften. Was ist es für ein Gefühl, als bester Skispringer seines Landes in den Winter zu starten?
Nick Alexander: Natürlich fühlt es sich gut an der Beste in den USA zu sein, in dem was ich tue, aber das ist nur ein Bruchteil vom Ganzen. Mein Augenmerk liegt auf internationalen und weniger auf nationalen Wettkämpfen.

Der Sommer-Grand-Prix lief sehr gut für Sie. In Einsiedeln, Zakopane und Hauba konnten Sie sich unter den besten 30 platzieren, in Courchevel reichte es sogar für Rang 15. War Sie selbst davon überrascht?
Alexander: Es war ein sehr guter Sommer. Der Verlauf war wirklich eine Überraschung, denn ich hätte niemals erwartet so oft unter den besten 30 der Welt zu sein. Aber jetzt weiß ich, dass es möglich ist und deshalb will ich so viele Weltcuppunkte wie möglich in diesem Winter sammeln.

Die amerikanischen Skispringer waren in den vergangenen Jahren nicht so oft im Weltcup zu sehen, mit Ausnahme von Clint Jones und Alan Alborn. Nun arbeitet der Deutsche Jochen Danneberg am Aufbau einer neuen Mannschaft. Was konnte er bisher erreichen?
Alexander: Jochen hat uns dabei geholfen unser Vertrauen ins Team zurück zu gewinnen. Er treibt uns immer an mehr als 100% und bei allen unseren Sprüngen immer das Beste zu geben. Seine Trainingsmethoden sind sehr einfach und leicht zu verstehen. Ich denke, dass das den entscheidenden Unterschied macht.

Am 27. November startet die Weltcup-Saison im finnische Kuusamo, die diesmal mit gleich drei Highlights aufwartet. Wie lief die Vorbereitung bisher?
Alexander: Die Vorbereitung ist bis jetzt sehr gut gelaufen. Meine letzten Sprünge im Sommer waren sehr gut, so dass ich mich schon sehr auf die ersten Sprünge im Winter und den Saisonauftakt in Kussamo freue. Das physische Training läuft ebenfalls sehr gut. Ich bin fit und bereit für den Winter.

Welche Ziele hast du dir gesetzt?
Alexander: Ich habe einige Ziele. Eines ist es den Sprung ins Olympische Team zu schaffen und dann im Wettkampf unter den Top 30 zu landen. Ein Anderes zumindest ein Mal eine Platzierung unter den Top 10 des Weltcups zu erreichen. Außerdem würde ich gerne die Vierschanzentournee mit einem Platz unter den Top 30 beenden.

Die Olympischen Spiele in Vancouver stehen auf dem Programm. Sind Sie vor Ihrer ersten Olympia-Teilnahme aufgeregt?
Alexander: Ich bin sehr aufgeregt, denn dies könnte eine Gelegenheit sein, die sich mir nur ein einziges Mal in meinem Leben bietet und ich will diese Chance zu meinem Vorteil nutzen.

Wer sind aus Ihrer Sicht die Favoriten für die anstehende Saison?
Alexander: Ich denke, dass es Janne Ahonen Gregor Schlierenzauer alles andere als leicht machen wird. Auch Ammann wird in diesem Winter wieder Stark sein. Ich habe auch gehört, dass Nick Alexander in diesem Winter sehr gefährlich sein wird. (lacht)

Der Skisprungsport ist in den USA nicht wirklich bekannt. Im Gegensatz zu Baseball, American Football und Basketball erhält Skispringen keine große Aufmerksamkeit. Wie reagieren die Menschen, wenn Sie Ihnen erzählsen, dass Sie ein professioneller Skispringer sind?
Alexander: Viele Menschen denken, dass es einfach nur ein Hobby ist. Niemand in den USA, ausgenommen meine Eltern, versteht wirklich, wie ernst ich diesen Sport nehme. Skispringen steht einfach zu sehr im Schatten von Basketball, Baseball und American Football.

Denken Sie, dass die Chance besteht, das Skispringen in Amerika populärer zu machen?
Alexander: Ich denke Skispringen könnte durchaus sehr populär sein. Um aber die entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten, bräuchten wir jemanden, der in der Lage ist, viele Wettkämpfe zu gewinnen.

Die meiste Zeit des Jahres sind Sie unterwegs. Ist es hart für Sie, die längste Zeit der Saison von Ihrer Familie und Ihren Freunden getrennt zu leben?
Alexander: Ich bin es gewohnt von meiner Familie getrennt zu sein. Ich mag es unterwegs zu sein, zu reisen und beschäftigt zu sein. Ich genieße diesen Lebensstil, was aber nicht heißen soll, dass ich meine Eltern nicht vermisse. Auch die Tatsache, dass ich immer für sehr lange Zeit von meiner Freundin getrennt bin, ist hart. Aber dafür genießen wir die Zeit, in der wir uns sehen können, um so mehr.

Was denken Sie über das neue Reglement der FIS? Sind sie hilfreich oder sollte man wieder zum alten System zurückkehren?
Alexander: Ich finde die neuen Regeln klasse. Es ist ein faires System. Noch nicht perfekt, aber fair.

Das Interview führte Marco Ries.
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