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Skispringen Kornspitz



Lindsey Van: "Wir sind bereit für die Großschanze!" (07.06.2011)

Für die Skispringerinnen ging Anfang April mit der Aufnahme der Sportart in das olympische Programm ein Traum in Erfüllung. Freuen darf sich die weibliche Skisprungzunft auch auf die erste Weltcupserie, die ab dem kommenden Winter startet. Gut einen Monat vor dem Start der Sommerwettbewerbe der Damen spricht die US-Amerikanerin Lindsey Van (erste Weltmeisterin im Damen-Skispringen) im exklusiven SKIJUMPING.de-Interview über die Zukunft der Sportart und sich selbst.


Lindsey, du warst eine der Athletinnen, die sich am meisten für die Olympia-Aufnahme des Damen-Skispringens eingesetzt haben. Vor den Winterspielen 2010 in Vancouver hast du gesagt, dass Sotschi 2014 wegen deines Alters zu spät für dich käme. Nun ist der Traum doch noch wahr geworden - würde es dich nicht doch reizen, in drei Jahren um Olympia-Gold zu springen?

Lindsey Van: Bis jetzt habe ich mir keine konkreten Ziele dafür gesetzt. Ich weiß noch nicht, ob ich bis Sotschi weitermachen kann, obwohl ich das natürlich hoffe. Ich werde jedenfalls so lange springen, wie es mir Spaß macht.

Wie wird die Entscheidung des IOC das Leben von euch Skispringerinnen beeinflussen – jetzt, da der Sport in einem breiteren öffentlichen Interesse steht?

Van: Ich hoffe, es wird dadurch besser in jedem Land, aber man wird sehen. In den USA hat sich jedenfalls bis jetzt nichts geändert.

Hast du einen "normalen" Job neben dem Skispringen? Und wird sich das durch das kürzlich erhöhte Preisgeld für künftige Wettbewerbe ändern?

Van: Ich arbeite als Hilfskraft für Physiotherapie. Ich mag die Arbeit, weil sie für mich balancierend wirkt. Deshalb würde ich auch gerne weitermachen. Wir müssen abwarten, ob ich jemals mit dem Skispringen Geld verdiene.

Du bist die erste Weltmeisterin im Damen-Skispringen und zugleich die einzige Sportlerin der USA, die überhaupt eine Goldmedaille im Skisprungsport errungen hat – auch bei den Männern aus deinem Land hat das noch niemand geschafft. Wie groß war deine Enttäuschung nach dem 34. Platz bei der vergangenen WM in Oslo angesichts dieser Vorschusslorbeeren?

Van: Skispringen ist ein Wintersport. Da kommen viele Dinge ins Spiel, allen voran das Wetter. So ein schwieriger Wettbewerb wie in Oslo kann immer mal vorkommen. Zuerst war ich natürlich schon enttäuscht, aber nicht lange. Letztendlich war es ein Sprung, mehr nicht – einer von 20.000, die ich vorher schon in meinem Leben gemacht hatte. Wenn ich mir das vorstelle, ist es leichter, darüber hinwegzukommen.

Wie bereitest du dich auf eine Saison vor? Welche Schwerpunkte hast du dir gesetzt?

Van: In diesem Jahr konzentriere ich mich auf Flexibilität, Balance und Koordination.

Was sind deine Ziele für die nächste Saison – und auf lange Sicht?

Van: Dazu möchte ich noch nichts sagen.

"Adam Malysz ist nicht auf Höhe der Zeit"

Adam Malysz sagte neulich, dass das Damen-Skispringen noch Zeit zur Entwicklung brauche – seiner Aussage zufolge springen momentan lediglich zehn Athletinnen auf einem hohen Niveau. Hat er recht – und wenn ja, wie können die Leistungsunterschiede im Feld verringert werden?

Van: Wie oft hat er uns denn springen sehen? Polen hatte bis zuletzt nicht einmal Springerinnen – ich denke, er ist nicht ganz auf Höhe der Zeit, was das Damen-Skispringen betrifft. Er hat überhaupt nicht recht mit seiner Aussage. Die Spitze ist viel breiter als er denkt.

Denkst du, dass die angekündigten Mixed-Wettbewerbe das Skispringen attraktiver machen?

Van: Ich weiß nicht. Vielleicht.

Was ist der Hauptunterschied beim Training zwischen Männern und Frauen?

Van: Es gibt keinen.

Dennoch springen Männer im Normalfall bei gleichem Anlauf weiter als Frauen. Gibt es eine Eigenschaft, um die du Männer beneidest?

Van: Wenn die FIS uns von größeren Schanzen springen lassen würde (derzeit sind nur Normalschanzen im Kalender, Anm. d. Red.), dann würde sich unsere Sportart weitaus schneller entwickeln. Männer haben keine anderen Fähigkeiten als Frauen. Wir können genauso weit springen, nur eben mit ein bisschen mehr Anlaufgeschwindigkeit.

Manche behaupten, Wettbewerbe auf Großschanzen würden das Leistungsgefälle innerhalb des Feldes noch stärker aufzeigen.

Van: Nein! Wir sind bereit dafür, uns auch auf großen Schanzen zu messen. Ich weiß, dass viele meiner Springer-Kolleginnen oft bereits auf größeren Anlagen trainieren. Ich denke, dass die Verantwortlichen Angst haben, dass wir tatsächlich weit springen würden – aber was wäre das denn für ein Problem? Ich springe nun schon seit 14 Jahren auf der K120. Ich bin davon überzeugt, dass unser Sport solche Wettbewerbe dringend braucht. Wir alle springen ja letztendlich, um weit zu springen – und werden stattdessen momentan auf kleine Schanzen beschränkt. Das ist langweilig.

"Wir träumen davon, skizufliegen"

Könntest du dir auch Skifliegen für die Damen vorstellen?

Van: Ich war bis jetzt zwei Mal Skifliegen, aber die FIS sieht das ebenfalls skeptisch. Ich hoffe, auch, dass sich das in Zukunft ändern wird. Wir alle träumen davon, skizufliegen. Nur weil man eine Frau ist, soll man das nicht dürfen? Es ist einfach nur zum Kopfschütteln und frustriert mich.

Es wird oft bemängelt, dass sich Skispringer herunterhungern, um wettkampffähig zu sein. Ist das nur ein Männer-Problem – oder sind Frauen auch betroffen?

Van: Frauen haben genau das gleiche Problem. Nochmal: Männer und Frauen üben die gleiche Sportart aus, trainieren identisch – fast alles ist gleich.

Vor zehn oder 15 Jahren wusste kaum jemand, dass es überhaupt Damen gibt, die skispringen. Wie bist du angesichts dieser Umstände überhaupt zum Skispringen gekommen?

Van: Es hat mehr Spaß gemacht als alles andere, was ich getan und ausprobiert habe.

Wie entspannst du eigentlich in deiner Freizeit vom Skispringen?

Van: Ich liebe Skifahren – eigentlich alles, was mit Skiern zu tun hat. Ich radle auch gern und hänge mit Freunden ab.

Du hast vor einigen Wochen Knochenmark gespendet. Zuallererst: Ging alles gut? Und: Wie bist du auf die Idee gekommen, das zu tun?

Van: Ja, alles lief bestens. Die Knochenmarkspende ist kein großer Akt, hat aber große Wirkung, weil man Leben damit retten kann. Und jeder kann es tun. Es ist mir als nicht schwergefallen, meinen Teil dazu beizutragen.

Hast du ein Lebensmotto oder etwas in die Richtung?

Van: Mach das, auf was du Lust hast. Und hab Spaß dabei.

Das Interview führte Johannes Aigner.
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Deutschland
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Weltcup 2011/2012 (F)
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Hendrickson
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Iraschko
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Takanashi
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Gräßler
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Van
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Pozun
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Faißt
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Jerome
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Mattel
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Continentalcup 2011/2012 (M)
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Stjernen
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Gangnes
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Mandl
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Naglic
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Loitzl
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Johansson
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Ingvaldsen
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Swensen
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Continentalcup 2011/2012 (F)
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Iraschko
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Vtic
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Takanashi
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Rogelj
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Pozun
206 P.
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Bogataj
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Seifriedsberger
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Vuik
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Sagen
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Sommer-Grand-Prix 2011
01
Morgenstern
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