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Skispringen Kornspitz



Eva Logar: "Die Sommer-Wettbewerbe spielen keine Rolle" (13.06.2011)

Sie war im abgelaufenen Winter die beste slowenische Skispringerin, wurde Dritte in der Gesamtwertung des Continentalcups und verpasste als Vierte bei der WM in Oslo nur denkbar knapp eine Medaille: Eva Logar. Im exklusiven Interview mit SKIJUMPING.de spricht die 20-Jährige aus Velika Loka über ihre noch junge Sportart, beschreibt ihren persönlichen Weg dorthin und äußert sich zu den Änderungen, die dem Damenskispringen durch die Aufnahme ins olympische Programm und durch die neue Weltcupserie ins Haus stehen.



Eva, für die neue Saison bekommt das slowenische Damen-Skisprungteam nun mit Primoz Peterka einen der berühmtesten Sportler in Slowenien als Co-Trainer zur Seite gestellt. Was sagst du zu seiner Verpflichtung?

Logar: Ich bin glücklich darüber, nun zum ersten Mal einen Co-Trainer zu haben – und zugleich überrascht, dass es Primoz Peterka ist. Er bringt viel Erfahrung mit, die er sich über seine Jahre im Weltcupgeschehen angeeignet hat. Zudem ist er viele Jahre auf höchstem Niveau gesprungen - mit den Erkenntnissen daraus kann er auch uns helfen. Es stimmt, dass er seine Trainerkarriere erst beginnt, aber ich denke, er lernt schnell. Ich bin mir sicher, er ist eine Verstärkung für unsere Mannschaft. Ganz besonders freut mich, dass Matjaz Triplat weiterhin unser Cheftrainer bleibt.

Das erste Mal in deinem Leben als Skispringerin bereitest du dich auf eine Weltcup-Saison vor. Wie fühlt es sich an, nun eine gleichrangige Wettbewerbsserie wie die Männer zu haben?

Eva Logar: Für mich hat das keine größere Bedeutung. Die Athletinnen werden die gleichen sein wie im Continentalcup, es ist der gleiche Sport - nur eben auf dem Blatt eine Liga höher. Ich bin deshalb nicht motivierter als vorher. Aber die Weltcupserie bringt natürlich auch Vorteile: Mehr Sponsoren und wahrscheinlich auch mehr Zuschauer, die durch Fernsehübertragungen auf uns aufmerksam werden.

Ist das von der FIS kürzlich erhöhte Preisgeld kein Anreiz, sich noch mehr reinzuhängen?

Logar: Nein, nicht für mich. Wenn ich wegen des Geldes springen würde, hätte ich schon vor vielen Jahren aufhören müssen. (lacht)

Woher nimmst du deine Motivation?

Logar: Die kommt einfach aus meinem Inneren. Ich versuche ständig, besser zu werden, trainiere, um zufrieden zu sein. Ich will mir selbst beweisen, dass ich gut bin. Die Ergebnisse in den Wettkämpfen sind letztendlich nur der Beweis dafür.

"Das Gefühl vom Fliegen hat gesiegt"

War es also einfach nur die Begeisterung für den Sport, weshalb du dich für das Skispringen entschieden hast? Wie bist du auf den Sport gekommen, den vor zehn, 15 Jahren so gut wie niemand kannte?

Logar: Es hat damit angefangen, dass mein Bruder das Skispringen mal ausprobiert hat. Als seine kleine Schwester wollte ich es dann auch mal versuchen. Vom ersten Sprung an habe ich es geliebt. Später, im Gymnasium, war ich auch beim Handball und im Badmintonspielen gut. Letztendlich musste ich eine Entscheidung treffen, auf welchen Sport ich mich fokussieren möchte. Das Gefühl vom Fliegen hat schließlich gesiegt.

Wenn du auch in den letzten Jahren kaum Geld mit deinem Sport verdient hast, dann musst du wohl auch einem regulären Beruf nachgehen, oder?

Logar: Nein, ich studiere noch - Wirtschaft, in Ljubljana, wofür ich ein Stipendium bekommen habe. Weil ich im Nationalteam bin, fällt für mich an Kosten nur das Benzin für mein Auto an. Momentan bemühe ich mich aber zusätzlich um einen lukrativen Sponsor. Denn manchmal ist es schwierig, weil wir oft gar keine Zuschüsse vom Verband bekommen - oder nur wenig. Aber ich bin zuversichtlich, dass das bald besser wird. Wir haben ja jetzt Olympia... (lächelt)

... was die ganze Sportart wohl nachhaltig beeinflussen und verändern wird. Auf einmal steht ihr im öffentlichen Fokus. Welche Bedeutung hat die IOC-Entscheidung für Sotschi 2014 für dich persönlich auf einer Skala von eins bis zehn - und warum?

Logar: 10+! (lacht) Ich glaube, dass viele Mädels aufgehört hätten, zu springen, wenn wir den Zuschlag für Olympia nicht bekommen hätten. Darüber hinaus bringt es uns finanzielle Unterstützung durch Ministerien, Verbände, Sponsoren und so weiter. Ausnahmslos alle von uns sind sehr glücklich darüber! Es ist der erste Schritt einer Entwicklung, die wir durchlaufen.

"Die Entwicklung der letzten Jahre ist enorm"

Noch nicht alles ist im Moment Gold, was glänzt. Adam Malysz sagte beispielsweise kürzlich, dass das Damenskispringen noch Zeit brauche, um sich zu entwickeln. Seiner Meinung nach springen derzeit nur etwa zehn Athletinnen auf einem hohen Level. Hat er recht? Wie kann die Spitze in der Breite besser werden?

Logar: Ich denke, er hat teilweise recht. Ich habe schon mal gesagt, dass es vielleicht besser war, dass wir in Vancouver noch nicht dabei waren. Es wurde ja hitzig darüber spekuliert, ob wir genügend Qualität haben, um olympisch zu werden. Aber wenn ich mir die Entwicklung in den letzten beiden Jahren so ansehe - die ist enorm. Die Leistungsunterschiede zwischen den Siegern und dem Schluss vom Feld werden immer geringer. Es stimmt natürlich, dass die Männer auf einem höheren Niveau springen als wir. Aber Männerskispringen gibt es auch schon viel länger, und es hat Tradition. Jetzt ist die Zeit für uns reif. Das IOC hat richtig entschieden.

Glaubst du, dass durch die Aufnahme ins olympische Programm mehr junge Frauen das Skispringen für sich entdecken und sich damit auch das Leistungsniveau in den kommenden Jahren erhöhen wird?

Logar: Ja, natürlich! Jetzt werden Mädchen und ihre Eltern auf dem Fernsehbildschirm sehen, dass sie genauso springen können wie die Männer. In diesem Zusammenhang war die Weltmeisterschaft in Oslo eine große Sache für uns. In Slowenien haben zum Beispiel viele Menschen dabei zugesehen und zum ersten Mal Frauen skispringen sehen. Und alle waren begeistert.

Denkst du, dass die Mixed-Wettbewerbe eine Bereicherung für den ganzen Skisprungsport sind?

Logar: Ja, definitiv! Das wird total aufregend und interessant, sowohl für uns Athleten und für die Zuschauer. Für das Damenskispringen ist es zudem eine hervorragende Werbung.

Gibt es etwas, um das du Männer beim Skispringen beneidest?

Logar: Ja, sie haben mehr Geld zur Verfügung. Und können damit professioneller arbeiten, besser trainieren und hochwertigere Ausrüstung benutzen. Deshalb sind sie natürlich auch leistungsfähiger als wir.

Worin unterscheidet sich euer Training von dem der Männer?

Logar: Grundsätzlich ist es das Gleiche. In Kranj habe ich schon mit den Jungs zusammen trainiert. Wir machen Krafttraining und absolvieren Sprünge.

Wenn du auf die vergangene Saison zurückblickst, was kommt dir zuerst in den Sinn? Dein hervorragender dritter Platz in der Continentalcup-Gesamtwertung oder der undankbare vierte Platz beim WM-Springen in Oslo?

Logar: Ich denke schon öfter an die vielen guten Wettbewerbe, die ich abgeliefert habe. An die vielen schönen Momente und die vielen Emotionen.

"Die Zeit wird größere Schanzen bringen"

Was sind deine Ziele für die kommende Saison und auf lange Sicht?

Logar: Für nächste Saison nehme ich mir keine konkreten Platzierungen vor, die ich erreichen möchte. Das macht nur Stress. Ich möchte einfach eine gute Saison springen, in etwa wie letztes Jahr. Die Sommer-Wettbewerbe spielen dabei für mich keine Rolle. Und letztendlich arbeite ich natürlich auf Olympia hin. Da möchte ich in einer guten Form sein. Und natürlich will ich bei den nächsten Weltmeisterschaften in Predazzo 2013 aufs Treppchen - da habe ich schließlich von Oslo her noch eine Rechnung offen. (lacht) Dafür werde ich alles tun.

Momentan springt ihr in offiziellen FIS-Wettbewerben nur von Normalschanzen. Weshalb ist das so? Und: Würdest du gerne auch von größeren Schanzen abheben?

Der bisherige Grund war, dass auf größeren Schanzen der Leistungsunterschied zwischen den Spitzenspringerinnen und den Schwächeren. Natürlich würde ich gerne auch von größeren Schanzen springen. Die Zeit wird auch das bringen.

Haben auch einige Frauen ein Gewichtsproblem?

Logar: Generell nicht so wie bei den Männern, denke ich - auch wenn ich von ein paar Athletinnen gehört habe, die Probleme hatten. Aber dank der neuen BMI-Regel dürfte das auch besser werden.

Wie entspannst du eigentlich in deiner Freizeit, fernab vom Skispringen?

Logar: Ich laufe für mein Leben gerne. Dazu gehe ich in die Sauna, spiele Beachvolleyball, chatte mit Freunden oder faulenze einfach nur.

Hast du eine persönliche Lebensweisheit, nach der du lebst?

Logar: Nichts Besonderes eigentlich. Aber der folgende Spruch gefällt mir: 'Egal wie schwer es manchmal zu sein scheint, man sollte immer versuchen, seine Träume zu verwirklichen.'

Hast du einen persönlichen Wunsch für die Zukunft?

Logar: Mein Studium fertigzumachen.

Sonst nichts?

Logar: Der Rest gehört nicht hierher… (grinst)

Das Interview führte Johannes Aigner.
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ÖSV-Trainingsauftakt, 16.05.2012
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Nationencup 2011/2012 (M)
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Österreich
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Norwegen
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Deutschland
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Slowenien
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Japan
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Polen
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Russland
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Weltcup 2011/2012 (F)
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Hendrickson
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Iraschko
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Van
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Sagen
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Pozun
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Faißt
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Jerome
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Mattel
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Continentalcup 2011/2012 (M)
01
Stjernen
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Gangnes
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Mandl
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Johansson
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Ingvaldsen
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Continentalcup 2011/2012 (F)
01
Iraschko
440 P.
02
Hendrickson
420 P.
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Vtic
256 P.
04
Takanashi
220 P.
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Rogelj
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Pozun
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Bogataj
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Seifriedsberger
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Vuik
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Sagen
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Sommer-Grand-Prix 2011
01
Morgenstern
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