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Skispringen Kornspitz



"Morgenstern zu Recht Dominator des Sommers" (01.08.2011)

Vor dem Sommer-Grand-Prix in Hinterzarten beschäftigte sich der ehemalige DSV-Skispringer Michael Uhrmann für SKIJUMPING.de mit dem aktuellen Stand nach den ersten Wettbewerben und gibt dabei interessante Einblicke, vor allem auf die deutsche Mannschaft.



Liebe Skisprung-Freunde,

nur noch wenige Tage, dann ist es endlich wieder soweit: Summer Ski Jumping is coming home! Seit dreißig Jahren pilgern die Fans in den schwarzen Wald, zu den Ursprüngen des Sommer-Grand-Prix, ins Adler-Skistadion von Hinterzarten. Dass die Motivation im Jubiläumsjahr besonders hoch ist, liegt vor allem am fantastischen Vorprogramm made in Polen. Der Auftakt und die anschließende Mini-Tournee des Sommer-Grand-Prix 2011 in Polen waren mehr als nur ein Appetithappen und zeugen von der internationalen Bedeutung der Serie.

Die Wettkämpfe in Wisla, Szczyrk und Zakopane waren trotz wechselhafter Winde spannend und eine tolle Werbung für unseren Sport. Doch während die Zuschauer weite Sprünge bejubelten, ging es für die Insider der Szene um mehr als nur um Ergebnisse.

Die Verantwortlichen der jeweiligen Teams zogen die ersten Schlüsse aus den Wettkämpfen in Polen. Denn immerhin hatte der Weltskiverband (FIS) im Frühjahr erneut die Regeln verändert. Nochmals wurde an der Körpergewichts-Schraube gedreht und der Body-Maß-Index um einen halben Punkt von 20,5 auf 21 erhöht. Für mich wäre das eine echte Herausforderung gewesen, denn ich kann essen was ich will und werd trotzdem nicht dicker. Aber das ist erstens eine andere Geschichte und zweitens kein Problem mehr, seit ich meine aktive Karriere beendet habe...

"Optimierung des Materials spielt entscheidende Rolle"

Über mögliche Auswirkungen der neuen Regel wurde im Vorfeld reichlich spekuliert. Verändert hat sich bisher aber erstaunlich wenig. Denn trotz nach wie vor geringer Anlauflängen, springen die Athleten ins Loch, kommen auf die großen Weiten. Ein Schlüssel dazu ist sicherlich die Athletik, wie sie Thomas Morgenstern par excellence demonstriert. Das Niveau seiner Sprünge und zwar egal ob der Wind von vorne oder von hinten bläst, ist beeindruckend. Seine physische wie psychische Stärke macht ihn zu Recht zum uneingeschränkten Dominator des bisherigen Sommers.

Neben Athletik und Technik spielt auch die Optimierung des Materials eine entscheidende Rolle in der Sommervorbereitung. Das Material erlaubt den Aktiven eine tolle Performance in der Luft und den Gewinn etlicher Meter. Meine ehemaligen Kollegen wissen das im Winter erprobte und in der Vorbereitung verfeinerte System für sich zu nutzen.

"Da kommt noch was!"

Großartige oder gar revolutionäre Neuentwicklung im Materialbereich habe ich ebenfalls noch keine beobachten können. Sicherlich wird bei allen Nationen weiterhin individuell optimiert und bis zum Winter wird sich wohl noch einiges tun. Aber den großen Wurf hat bisher noch keiner ausgepackt. Aber, warten wir's ab. Mein "Näschen", mit dem sich mächtig was erschnuppern lässt, sagt mir, da kommt noch was!

Dafür haben die Beteiligten andere Stärken und Schwächen offenbart. Wenn wir die österreichische Dominanz in Persona von Morgenstern und Schlierenzauer einmal außen vor lassen, so haben sicherlich die russischen Springer und teils die junge polnische Mannschaft für Überraschungen gesorgt.

Allen voran der gute Pavel Karelin, der derzeit auf Rang vier der Gesamtwertung rangiert. Es scheint als würde Pavel zurück in die Erfolgsspur finden. Ob das schon der personellen Verstärkung durch Richard Schallert und Gerhard "Gatsch" Hofer zuzuschreiben ist? Dem Fernziel Sotschi 2014 kommt man mit Teamwettkämpfen, wie ihn die Mannschaft in Zakopane gezeigt hat, mit Siebenmeilenstiefeln näher.

Österreich einmal ausgeklammert (hilft nix!), war Russland dann auch der stärkste Gegner der deutschen Mannschaft im ersten Teamspringen des Sommers. Die junge polnische Mannschaft zeigte Nerven und so setzten sich Martin Schmitt, Stephan Hocke, Richard Freitag und Severin Freund durch und sicherten sich souverän den zweiten Platz. Ein toller Start in die neue Saison für diese "Drei-Generationen-Mannschaft". Aber aufgepasst: Wer hat das Teamspringen an der Adlerschanze im vergangenen Jahr gewonnen? Richtig, die Polen! Die sind auch heuer wieder heiße Kandidaten fürs Podium.

"Gegenseitig nach vorne pushen"

Doch werfen wir einen Blick auf die DSV-Adler. Mit Freund und Freitag rangieren derzeit gleich zwei junge deutsche Springer unter den Top Ten. Besonders Severin Freund dürfte sich über die Verstärkung aus dem eigenen Team freuen. Die Erwartungen verteilen sich damit auf zwei Schultern, und im Gerangel um die Weltspitze kann man sich gegenseitig nach vorne pushen.

Hatten vor den Wettkämpfen viele Sprungexperten mit Freunds hohem Niveau gerechnet, so überraschte Richard Freitag dagegen mit seinen blitzsauberen Sprüngen. Dabei hatte der zwanzigjährige bereits in der Vorbereitung zu Severin Freund aufschließen können.

Auch Stephan Hocke und Maximilian Mechler zeigten ansprechende Leistungen und scheinen sich auf einem soliden Niveau zu stabilisieren. Die beiden können Skispringen und bekommen jetzt das Vertrauen von Bundestrainer Werner Schuster, der mit seinen Co-Trainern Christian Winkler und den neuen Mann im Team, Stefan Horngacher, die Weltcup-Mannschaft führt. Leider machte Martin Schmitt eine Sehnenentzündung im linken Knie zu schaffen. Zwar biss er sich durch die Wettkämpfe, doch mit absoluten Top-Ergebnissen war unter diesen Umständen nicht zu rechnen.

"Bodo ist ehrgeizig"

Pascal Bodmer braucht noch ein bisschen Zeit, um nach seiner Verletzung den Anschluss an die Weltspitze wieder herstellen zu können. Aber Bodo ist ehrgeizig und vor allem hat er schon bewiesen, dass er absolute Weltklasse-Sprünge zeigen kann.

Das Positive am deutschen Team sind aber Perspektiven, die sich jenseits der Starter in Polen bieten. Als da wären ein erfahrener und routinierter Mann wie Michael Neumayer. Michi, der sich derzeit neben dem Training seinem Studium widmet, stellt für den Winter sicherlich eine echte Verstärkung dar. Das hat er sich jedenfalls in den Kopf gesetzt, und wer den "Sali" kennt, weiß, der zieht das auch durch. Auf seine Art.

Auch Andi, Andreas Wank, weiß seit Sapporo 2010, wie gut es sich anfühlt, im Weltcup auf dem Podest zu stehen. Dass er sich von einer schwächeren Saison nicht aus dem Konzept bringen lässt, hat er mit seinem Doppelsieg beim COC in Courchevel eindrucksvoll bewiesen. Ebenfalls auf dem Weg in den Weltcup ist der junge Felix Schoft.

Doch in nächster Zukunft steht der Klassiker in Hinterzarten auf dem Programm und ich bin mir sicher, dass gerade die bisher etwas unter Wert geschlagenen Nationen wie Norwegen, Finnland und auch Japan ihre Ehre wieder herstellen möchten.

Die Vorzeichen stehen also auf spannende, packende Wettkämpfe und wer weiß: Vielleicht bejubeln die Zuschauer ja den Erfolg eines deutschen Springers. Denn wer hat das erste Sommer-Skispringen auf der Adlerschanze vor dreißig Jahren gewonnen? Richtig, der damals noch aktive deutsche Skispringer und jetzige Trainer Peter Rohwein war’s!
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ÖSV-Trainingsauftakt, 16.05.2012
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Weltcup 2011/2012 (M)
01
Bardal
1325 P.
02
Schlierenzauer
1267 P.
03
Kofler
1203 P.
04
Ito
1131 P.
05
Stoch
1078 P.
06
Freitag
1031 P.
07
Morgenstern
1014 P.
08
Freund
857 P.
09
Kranjec
829 P.
10
Koudelka
796 P.

Nationencup 2011/2012 (M)
01
Österreich
6935 P.
02
Norwegen
4530 P.
03
Deutschland
4353 P.
04
Slowenien
3412 P.
05
Japan
2827 P.
06
Polen
2638 P.
07
Tschechien
2178 P.
08
Russland
918 P.
09
Schweiz
753 P.
10
Finnland
611 P.

Weltcup 2011/2012 (F)
01
Hendrickson
1169 P.
02
Iraschko
779 P.
03
Takanashi
639 P.
04
Gräßler
546 P.
05
Van
482 P.
06
Sagen
454 P.
07
Pozun
422 P.
08
Faißt
409 P.
09
Jerome
395 P.
10
Mattel
328 P.

Continentalcup 2011/2012 (M)
01
Stjernen
1017 P.
02
Gangnes
899 P.
03
M. Hayböck
834 P.
04
Mandl
684 P.
05
Meznar
606 P.
06
Naglic
597 P.
07
Loitzl
570 P.
08
Johansson
559 P.
09
Ingvaldsen
549 P.
10
Swensen
542 P.

Continentalcup 2011/2012 (F)
01
Iraschko
440 P.
02
Hendrickson
420 P.
03
Vtic
256 P.
04
Takanashi
220 P.
05
Rogelj
211 P.
06
Pozun
206 P.
07
Bogataj
182 P.
08
Seifriedsberger
152 P.
09
Vuik
139 P.
10
Sagen
136 P.

Sommer-Grand-Prix 2011
01
Morgenstern
620 P.
02
Stoch
505 P.
03
Hilde
443 P.
04
Schlierenzauer
400 P.
05
Zyla
298 P.
06
Takeuchi
281 P.
07
Freitag
265 P.
08
Karelin
256 P.
09
Kot
222 P.
10
Freund
216 P.


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