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Skispringen Kornspitz



Martin Schmitt: "Sehe keinen Grund zum Aufhören" (03.11.2011)

Martin Schmitt startet in diesem Winter in die 16. Weltcupsaison seiner Karriere. Im Gespräch mit SKIJUMPING.de-Chefredakteur Marco Ries erklärt der Schwarzwälder, was ihn motiviert, nach 15 Jahren und zahlreichen Erfolgen weiterzumachen, welche Ziele er sich setzt und wohin sich das Skispringen im Allgemeinen entwickelt.



Herr Schmitt, letztes Jahr meinten Sie zu diesem Zeitpunkt, dass Sie so fit wie noch nie sind – trotzdem lief es zu Saisonbeginn nicht ganz rund. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Schmitt: Ich bin nicht so fit wie noch nie. Diesmal ist es also hoffentlich andersrum. (lacht)

Ist es nicht anstrengend, sich immer Gedanken darüber zu machen, welche Kleinigkeiten man verbessern kann, um weiter springen zu können?

Schmitt: Natürlich ist es etwas anstrengend, aber das macht auch den Reiz des Sports aus. Skispringen macht wahnsinnig viel Spaß, kann einen aber schnell auch zur Weißglut treiben. Damit muss man leben, wenn man Skispringer ist.

Was treibt Sie an, mit 33 Jahren weiter den Sport auszuüben, während gleichaltrige oder jüngere Athleten schon aufhören?

Schmitt: Zum einen macht mir das Skispringen nach wie vor Spaß. Natürlich habe ich auch das Ziel, nochmal auf dem Podest zu stehen. Ob es mir gelingt oder nicht, weiß man vorher nicht. Aber ich kann es probieren.

Es gibt andere Sportler – beispielsweise Biathletin Magdalena Neuner – die gerade Mitte zwanzig sind und schon an das Karriereende denken.

Schmitt: (lacht) Das ging mir auch so in dem Alter. Wenn man sieht, dass Gleichaltrige aufhören, fragt man sich natürlich, was dafür sprechen würde, selbst aufzuhören. Aber solange es mir noch Spaß macht, sehe ich keinen Grund, meine Karriere zu beenden.

"Nach diesem Winter sehe ich weiter"

Wie langfristig ist Ihre Planung?

Schmitt: Jetzt absolviere ich diesen Winter, danach sehe ich weiter. Meine Planung geht vorerst bis Ende März 2012.

Und wenn es irgendwann vorbei sein sollte: Steigen Sie dann auch ins Rennauto?

Schmitt: (lacht) Ich muss mir nach dem Karriereende etwas anderes einfallen lassen. Ich denke, dass es schon Spaß macht, aber Skispringen kann ich sicher etwas besser.

Nach der vergangenen Saison sind dir einige Weggefährten abhanden gekommen. Fühlt es sich nun anders an, wenn man einer der ältesten Springer im Feld ist?

Schmitt: Das stellt für mich kein Problem dar. Es ist ja eher ein fließender Übergang – ein paar hören auf, ein paar kommen dazu. Auch bei uns direkt in der Mannschaft herrscht eine super Stimmung. Wir sind auch relativ gut gemischt – von ganz jung bis zu mir. (lacht)

Gab es in diesem Sommer Momente, in denen Sie sich gefragt haben, wieso Sie den Sport überhaupt noch ausüben?

Schmitt: Es gibt natürlich Momente, in denen man nicht zufrieden oder sogar frustriert ist. Aber unterm Strich darf man den Glauben an sich nicht verlieren, muss immer weiterarbeiten. Wenn irgendetwas nicht läuft, muss man eben nach einer Lösung suchen. Ich denke, erst wenn ich diesen Willen nicht mehr habe, wäre es Zeit aufzuhören. Aber momentan bin ich in der Hinsicht noch optimistisch.

Wie sehr hat Sie die Verletzung im Sommer zurückgeworfen?

Schmitt: Das ist immer schwer zu sagen. Im konditionellen Bereich war es natürlich so, dass ich eine Zeit lang nicht weitertrainieren konnte. Mittlerweile bin ich zwar auf einem ganz guten Stand, aber es hätte besser laufen können.

"Nicht auf maximale Skilänge angewiesen"

Vor dem Sommer-Grand-Prix gab es eine BMI-Erhöhung. Hat Ihnen das Probleme bereitet?

Schmitt: Mir kommt es sicherlich zugute, dass man für die maximale Skilänge schwerer sein darf. Allerdings geht im Weltcup der Trend ohnehin dahin, dass die meisten nicht die maximale Skilänge springen und stattdessen leichter sind. Das neue Bindungssystem gibt einen deutlichen Flächengewinn und man ist daher nicht mehr auf die maximale Skilänge angewiesen. Daher denke ich, dass die Regeländerung keinen großen Einfluss hat.

Wie gehen Sie selbst mit der Situation um?

Schmitt: Ich nutze die maximale Skilänge.

Bist du mit deinem aktuellen Gewicht zufrieden?

Schmitt: Es ist kein Kinderspiel, auf das Wettkampfgewicht zu kommen. Das wird im Alter auch nicht gerade einfacher. Trotzdem gehört es als Skispringer dazu, dass man leicht und trotzdem athletisch ist. Momentan wiege ich mehr als letztes Jahr und so wird es auch im Winter sein.

Sehen Sie die aktuelle Entwicklung aufgrund der Neuerungen im Materialbereich als negativ an?

Schmitt: Jeder hat die Freiheit, zu entscheiden, welche Skilänge man spricht und welches Gewicht für einen persönlich das beste ist. Insgesamt ist man mit dem Reglement trotzdem auf einem guten Weg.

Jetzt haben Severin Freund und Richard Freitag gezeigt, dass sie mit der Weltspitze mithalten können. Macht Ihnen das das Leben leichter?

Schmitt: Man will das ja trotzdem selbst auch erreichen. Aber natürlich habe ich nicht die ganze Last zu tragen. Es ist gut zu sehen, dass gute Skispringer nachkommen, wie man sich das ja mehrere Jahre lang gewünscht hat. Die beiden werden auch im kommenden Winter eine große Rolle spielen.

Haben sie das Zeug, dass sie kontinuierlich in die Top Ten springen können?

Schmitt: Ich traue ihnen das auf jeden Fall zu. Man weiß natürlich nie, wie die Saison letztendlich läuft, aber sie haben definitiv das Potenzial. Wenn es ihnen dieses Jahr nicht gelingt, dann in den nächsten Jahren.

Was steht für Sie nun in den letzten Wochen vor Saisonstart an?

Schmitt: Übernächste Woche springen wir nochmal in Klingenthal. Sofern Schnee liegt, gehen wir dann am 18. November nach Lillehammer, um dort die ersten Schneesprünge zu absolvieren.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die kommende Saison!
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ÖSV-Trainingsauftakt, 16.05.2012
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Weltcup 2011/2012 (F)
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Continentalcup 2011/2012 (M)
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Gangnes
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04
Mandl
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06
Naglic
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07
Loitzl
570 P.
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Johansson
559 P.
09
Ingvaldsen
549 P.
10
Swensen
542 P.

Continentalcup 2011/2012 (F)
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Iraschko
440 P.
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Vtic
256 P.
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Takanashi
220 P.
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Rogelj
211 P.
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Pozun
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Bogataj
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Vuik
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Sagen
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Sommer-Grand-Prix 2011
01
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