
Christian Ulmer: „Ich konnte mich stetig verbessern“ (17.12.2009)
SKIJUMPING.de hatte die Gelegenheit, mit DSV-Skispringer Christian Ulmer ein Interview zu führen. Im Gespräch redet der ehemalige Kombinierer über seinen Wechsel zu den Spezialspringern, die laufende Olympia-Saison und seine weiteren Ziele.
Sie sind seit etwa drei Jahren Spezialspringer. Was hat Sie dazu bewogen, aus dem Lager der Kombinierer zu den Spezialspringern zu wechseln? Stellte der Umstieg für Sie eine Hürde dar, oder ist es Ihnen eher leicht gefallen? Wo liegen die Unterschiede?
Christian Ulmer: Der Grund war, dass ich in der Kombination keine Perspektiven mehr gefunden habe. Ich bin im Langlauf einfach an meine Grenzen geraten. Der Umstieg verlief recht einfach, da Stefan Horngacher mich sofort in seine Trainingsgruppe genommen hatte und ich im ersten Jahr gleich gute Ergebnisse erreicht habe. Der Unterschied liegt darin, dass im Springen die Athletik deutlich im Vordergrund steht und somit das Springen dynamischer wird.
Wie sind die Vorbereitungen für die aktuelle Saison gelaufen?
Ulmer: Dieses Jahr habe ich mich ab Anfang Mai auf die Saison vorbereitet. Ich konnte in diesen Sommer sehr gut und verletzungsfrei trainieren und mich stetig verbessern.
In dieser Saison stehen die Olympischen Spiele auf dem Programm. Haben Sie sich im Sommer speziell für dieses Event vorbereitet oder ist diese Saison für Sie wie jede andere auch?
Ulmer: Ich habe mich nicht speziell auf die Olypischen Spiele vorbereitet, aber der Gedanke, vielleicht einmal bei Olympia dabei zu sein, war Motivation genug.
Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison gesetzt?
Ulmer: Ziele sind, mich sportlich weiterzuentwickeln und mich zurück ins Weltcup-Team zu kämpfen.
Die ersten vier Wettbewerbe im Rahmen des Continentalcups sind vorüber. Wie zufrieden sind Sie?
Ulmer: Nein, ich bin nicht sehr zufrieden. In Rovaniemi verlief es schwer, da ich meine stärken im Flug nicht ausspielen konnte. Zu allem Übel habe ich mich noch stark erkältet und war nicht in körperlicher Höchstform.
Neben dem Springen studieren Sie an der FH Ansbach. Wie bekommen Sie den Spagat zwischen Studium und Sport hin?
Ulmer: Studium und Sport zu verbinden benötigt jede Menge disziplin. Aber ich kann mir meine Kurse selbst einteilen und auch meine Lernzeiten den Trainingszeiten anpassen.
Was sind Ihre Ziele für die Zukunft? Was wollen Sie noch erreichen?
Ulmer: Sportlich möchte ich einmal an einem Großereignis erfolgreich teilnehmen. Privat möchte ich erstmal mein Studium abschließen und irgenwann eine glückliche Familie gründen.
Im Sommer absolvierte die FIS den Testlauf der neuen Regeln. Was halten Sie selbst von der Idee, das Skispringen auf diesem Weg zu revolutionieren?
Ulmer: Die Idee finde ich gut, aber die Regeln müssten es dem Zuschauer noch nachvollziehbarer machen, wieso der, der kürzer gesprungen ist, doch vorne liegt.
Das Interview führte Marco Ries. (mrs) |