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David Zauner: "Verletzung hat mich Olympia gekostet!" (15.05.2010)
Der ehemalige Kombinierer David Zauner konnte schon in der ersten Saison als Spezialspringer einen sensationellen Start hinlegen und sich so einen Platz in der österreichischen Nationalmannschaft sichern. Im exklusiven Interview mit SKIJUMPING.de spricht der 25-Jährige u.a. über seinen Wechsel zu den Skispringern, seine letzte Saison und weitere Pläne für die Zukunft.
David, du hast in deiner ersten Winter-Saison als Spezialspringer viele durch deine Leistungen überrascht - hast du dich auch selber überrascht oder hast du durch die Eindrücke im Training schon damit gerechnet, vorne mitspringen zu können?
David Zauner: Das war im Sommer schon sehr interessant, weil ich im Sommer-Grand-Prix schon relativ gut dabei war. Im Winter war das dann ziemlich kompliziert, weil ich nicht zum Weltcup fahren durfte und mich verletzt habe - und dann war es eher ein Schritt ins Ungewisse. Ich habe drei Wochen nach meinem Schlüsselbeinbruch wieder angefangen zu trainieren und das mit ziemlich großen Schmerzen, weil ich gewusst habe, dass ich in Sapporo womöglich starten könnte. Das wäre der erste Weltcup gewesen, bei dem ich mich hätte beweisen können. Und ich habe dann nach zwei Trainings in der Ramsau dann zufällig mit Thomas Morgenstern trainieren dürfen und habe dann im Training gesehen, dass ich doch nicht so schlecht bin. Ich bin dann guter Dinge nach Japan geflogen und war dann eigentlich mit nicht so guten Sprüngen zweimal Neunter. Das war für mich persönlich super. Nach den beiden sechsten Plätzen in Zakopane war ich dann natürlich überglücklich. Ich habe mich dann immer ein bisschen steigern können, bin von Springen zu Springen stärker geworden. Nur beim Skifliegen war es so, dass ich da noch einige Reserven gehabt habe. Das habe ich nicht ganz umsetzen können - das war womöglich auch ein bisschen eine Erfahrungsgeschichte.
Du bist mit einem Sturz in Rovaniemi und dem daraus resultierenden Schlüsselbeinbruch alles andere als gut in die Saison gestartet. Wie hat sich der Bruch entwickelt, hat sich die Verletzung stark auf die weitere Weltcup-Saison ausgewirkt?
Zauner: Naja, man kann das mit zwei Augen sehen. Einerseits hat die Verletzung mich wahrscheinlich Olympia gekostet! Wäre ich schon früher besser gewesen wäre, dann hätte ich wohl den fünften Platz schon vorher gehabt. Andererseits muss man auch sagen, womöglich hat mich die Verletzung auch wach gerüttelt und ich war dann eigentlich besser gewesen als zuvor. Also man kann das jetzt von der oder der Seite sehen. Und ich sehe das eher von der zweiten Seite, dass ich das Positive von der Verletzung mit genommen habe, und dann den ganzen Weltcup vom Winter genossen habe und nicht mehr so auf Resultate aus war.
Du hast einigen im Team den Boden heiß unter den Füßen gemacht, hast fast nur Top-Ten-Resultate geliefert - hättest du aus deiner Sicht Chancen auf das Olympiateam gehabt, wenn du früher wieder in den Weltcup hättest einsteigen können?
Zauner: Ja, hätte ich höchstwahrscheinlich schon gehabt. Wenn ich bei der Vierschanzentournee am Start gewesen wäre und dort schon meine guten Resultate gehabt hätte, wäre es sich wahrscheinlich ausgegangen, als fünfter Mann oder sogar als vierter Mann mitzufliegen. Nur ich sag halt "so wie's war war's" und da kann man ja sowieso nichts mehr dran ändern.

Wie bewertest du die vergangene Saison für dich persönlich, was war dein Highlight?
Zauner: Schwer zu sagen, jeder Wettkampf hat seine speziellen Sachen gehabt, ich würde jetzt nicht ein spezielles Springen raus nehmen, das war einfach das Ganze, dass ich das habe mit erleben dürfen, da bin ich einfach super glücklich. Natürlich mit dem Skifliegen habe ich gar nicht gerechnet gehabt, wo ich meine zwei schlechtesten Resultate gemacht habe, aber das war einfach ein riesen Ding für mich, dass ich von so einer Schanze habe springen dürfen. Als ehemaliger Kombinierer ist das schon sehr imponierend.
Was hat dich letztendlich dazu bewogen, in das Lager der Spezialspringer zu wechseln? Was hat sich für dich dadurch verändert?
Zauner: Ja gut, letztes Jahr war die Kombinierer-Saison ziemlich schwierig für mich, weil das mit den neuen Regeln, mit den zehn Kilometern laufen und nur noch ein Sprung, war sehr lauflastig gewesen - also überhaupt nicht für mich gemacht, weil ich immer der bessere Springer war. Und dann ist der Anruf gekommen von Toni Innauer, was ich davon halten würde, wenn ich es als Springer versuchen würde. Und ich war da natürlich am Anfang sehr positiv überrascht, hätte fast sofort "ja" gesagt, aber habe dann das ganze abgewogen und mit meinem ehemaligen Kombinierer-Trainer geredet. Im Endeffekt habe ich dann zwei Monate gebraucht, bis ich mich entschlossen habe, dass ich zu den Spezialspringern wechsle. Aber der Nationalkader der Kombinierer ist immerhin ein Kader-Status, den man nicht gerne aufgibt. Das war dann sozusagen schon ein Schritt ins Ungewisse. Und da ich nicht gewusst habe, wie geht sich das aus, wenn ich ein bisschen leichter werde oder ob ich besser springe als Spezialspringer. Das war ein mutiger Schritt, der sich heuer Gott sei Dank ausgezahlt hat.
Der Umstieg von der Kombination auf den Spezialsprung gelingt den wenigsten so beeindruckend wie dir - vermisst du dennoch manchmal auch die Langlaufskier?
Zauner: Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin seitdem nie wieder auf Langlaufskiern gestanden. Das geht sich von der Zeit her gar nicht aus, weil die Trainingsintensität für die Springer passt einfach nicht zusammen mit den Langlaufskiern. Aber, was ich gemacht habe, war, im Sommer, wenn ich ein bisschen mehr Zeit hatte, öfter Laufen, Fahrradfahren oder auf den Berg gegangen, also was für einen Spezialspringer total untypisch ist.
Du hast einen für den Zuschauer sehr aufreibenden Sprungstil, da du sehr weit nach rechts springst - woran liegt das?
Zauner: Ja, ich denke das liegt daran, dass ich mir vor fünf Jahren mal die Sprunggelenke gebrochen habe beim Skispringen und sich dadurch die Skiführung vom linken Ski verändert hat, da kante ich mehr auf. Deshalb kommt er am Vorbau ein bisschen näher und dadurch weiche ich halt nach rechts aus. Ich hoffe, dass das der Fehler ist, und ich bin guter Dinge, dass wir es den Sommer über schaffen, das auszugleichen und ich bin da hart am arbeiten. Wenn ich das schaffe, dass ich das im Sommer rauskriege, dann bin ich sicherlich noch um einiges stärker im nächsten Winter.
Letzte Saison kam erneut das Thema Burn-Out und die Gewichtsdiskussion im Skisprungsport auf. Wie stehst du dazu?
Zauner: Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich hab damit überhaupt keine Probleme gehabt. Ich finde dass das Ganze total wird, weil ein Skispringer natürlich leicht sein muss, aber das mit dem Gewicht und mit der Magersucht und dem Hin und Her ist kompletter Schwachsinn. Das war wahrscheinlich früher mal so, als die Regel noch nicht gegeben hat, aber jetzt mittlerweile ist das ein kompletter Schwachsinn.
Gilt das für dich für alle Nationen oder nur für euer Team?
Zauner: Also für andere Teams kann ich nicht reden, aber wenn ich jemanden ansehe, dann sehe ich sofort ob der Burn-Out oder sonst etwas hat. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich kenne keinen im Weltcup-Zirkus, von dem ich das sagen kann. Die sind alle total nett drauf und es freut sich immer jeder auf das Skispringen. Also ich finde das schon ein bisschen übertrieben. Es ist ja jetzt auch eine neue Regel gekommen, so dass wir jetzt zwei Kilo mehr haben müssen oder dürfen und da kann man jetzt natürlich ein bisschen öfter sündigen. Obwohl es ist für andere Sportler teilweise schwieriger, die ein bisschen größer sind, aber ich persönlich hatte es total einfach, ich habe ganz normal gegessen den Winter und war trotzdem leicht.

Wie kommst du mit dem Leistungsdruck des Verbandes und den Medien zurecht? Was hilft dir, abzuschalten?
Zauner: Also der Mediendruck ist für mich kein Druck, sondern eine schöne Zugabe. Als Kombinierer war es immer so, dass man trotz guter Leistungen immer im Schatten gestanden ist und eigentlich nie was gehört hat davon und jetzt ist es eigentlich so, dass mehr Leute was von dir wollen und das ist eigentlich sehr angenehm.
Und gibt es irgendwas, was du machst zum Ausgleich, wenn der Druck dann doch mal groß wird?
Zauner: Ja, also ich lese ab und zu ein Buch oder spiele am Computer. Ansonsten spiele ich ganz gerne Poker und mache Sport, beispielsweise Fußball oder Tennis.
Was hälst du von den Regeländerungen der FIS?
Zauner: Also ich habe eigentlich von vornherein gesagt, dass ich mir über die Regeln überhaupt keine Gedanken mache. Es ist doch total egal als Sportler, welche Meinung du hast. Es gibt Leute bei der FIS, die zuständig sind, sich darüber Gedanken zu machen. Aber es war dann so, dass mir in Oslo, beim letzten Weltcup-Springen, die Lukenregelung das Stockerl gekostet hat. Wenn du ein Springer bist, der nicht so stark ist von vornherein und mit mehr Anlauf springst, kommt du wahrscheinlich weiter runter, aber wenn du so gut wie besten fünf springst und du hast nicht die guten Startnummern, dann geht es zu weit und dann musst du den Sprung aufmachen, damit du einen Telemark setzen kannst. Und bei mir persönlich war es dann so, dass mir die eine Luke mehr Anfahrt das Stockerl gekostet hat. Die ganze Regel mit der Luke oder zumindest die Punktevergabe muss man nochmal gewissenhaft überdenken, weil das passt nicht so recht. Die Windregel ist ganz gut. Da hatte ich öfters Pech gehabt, habe aber so immer Pluspunkte bekommen und das war dann auch in Ordnung.
Siehst du es eher als einen Fort- oder Rückschritt des Skisprungsports?
Zauner: Für den Zuseher ist sie sicher nicht so angenehm, weil man da total viel rechnen muss. Wenn man als Laie da nur dabei steht und das nicht ganz versteht, dann ist es wahrscheinlich schwierig. Sie hat ihre Vor- und Nachteile.
Die FIS will einen weiteren Ausbau von Skiflugschanzen zulassen. Was sagst du als steirischer Rekordhalter zu den Plänen, Flüge über 250 Meter möglich zu machen?
Zauner: Ja, das wird sicherlich ganz spannend werden. Ich persönlich weiß es nicht, ich hatte jetzt nur einen Sprung auf 230 Meter gehabt, der wirklich weit war. Da war es für mich kein Problem, ihn zu stehen. Nur die Frage ist aber, wie es ist, 250 Meter zu springen. Ich kann das nicht einschätzen aber laut Architekten und so soll das super funktionieren.
Welche Zukunftspläne hast du? Was möchtest du kommende Saison erreichen?
Zauner: Ich habe mir das Ziel gesetzt, dass ich an mir weiter arbeite, mich kräftemäßig wieder weiter entwickle, und dass ich das schöne Gefühl, vor 20 000 bis 50 000 Zusehern zu springen aufnehmen kann. Zu den Leistungen selbst kann ich nicht viel sagen. Es wäre schön, bei der Weltmeisterschaft eine Medaille zu machen aber ich bin jetzt nicht der Typ dazu, der an Medaillen oder Platzierungen denkt, sondern ich versuche das einfach zu genießen und das tue ich sowieso.
Gerade wart ihr traditionell zum Saisonauftakt beim Stanglwirt. Wie war das für dich?
Zauner: Ja, das war schon was besonderes im Stanglwirt, weil da mehr oder weniger schon die ganze High Society von Österreich ist. Das war ein interessanter Kurs, wir haben sehr viel besprochen und war ein tolles Erlebnis.
Wie war es für dich, Vitali Klitschko dort zu treffen?
Zauner: Es war überraschend, dass er so groß ist. Ich wollte ein Foto mit ihm machen und das hat aber nicht ganz funktioniert und ich habe mich dann extra auf den Ring setzen müssen, dass das halbwegs gleich groß aussieht, weil ich ja doch eher klein bin.
Das ist zu einem Skispringer sicher ein großer Unterschied.
Zauner: Ja, das ist unglaublich. Der sieht aus wie ein Hulk. Aber ein ganz ein netter Typ, war sehr interessant.
Das Interview führte Julia Robel.
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Ito
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Stoch
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Freitag
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Morgenstern
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Kranjec
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Österreich
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Norwegen
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Finnland
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Hendrickson
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Gräßler
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Van
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Pozun
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Mattel
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Gangnes
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M. Hayböck
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Mandl
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Meznar
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Naglic
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Loitzl
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Ingvaldsen
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Swensen
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Vtic
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Rogelj
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Pozun
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Bogataj
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Vuik
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Morgenstern
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Stoch
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Hilde
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Schlierenzauer
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Zyla
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Takeuchi
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Karelin
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