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Skispringen Kornspitz



Über Comebacks, Sommer und Erfolgsprognosen (16.07.2009)

Hallo Skisprungbegeisterte,

Zwei Comebacks, die man so nicht erwartet hätte: Der eine, Janne Ahonen, kam schneller als für möglich gehalten in den Sport zurück. Der andere, Alexander Herr, kehrte nach doch längerer Abstinenz eher unerwartet zurück. Der Buschfunk hatte die Pläne für ein mögliches Comeback der beiden schon im Winter verlauten lassen. Für mich sind Comebacks immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Die äußere Erwartungshaltung ist oft konträr zur inneren Einstellung der Skispringer. Bei meinem Rücktritt vom Rücktritt im Jahr 1994 musste ich mir auch im Klaren darüber sein, dass Misserfolg von der Öffentlichkeit nicht erwartet wird. Eine Liste der „Für“ und „Wider“ half mir bei der Entscheidung und so konnte ich mit meinem vierten Vierschanzentournee-Sieg 1996 zumindest einen Punkt des „Fürs“ verwirklichen.

Unterschiedliche Ziele

Klar geht ein Janne Ahonen an den Start um olympisches Metall zu erringen. Wenn es nicht klappt, wird er zwar auf seinen Äußerungen festgenagelt, am Ende wird sein Status als Größe des Skisprungsports aber auch nicht daran zugrunde gehen. Wer Alexander Herr kennt, der weiß, wie ehrgeizig er ist. Auch wenn er im Interview versucht, die eigenen Erwartungen zu relativieren, würde ich bei ihm auf alle Fälle ein bisschen Rehabilitation für das, was bei Olympia 2006 in Turin geschah geltend machen wollen.

Comeback-Konsequenzen

Natürlich wirbeln diese Comebacks sowohl im finnischen als auch im deutschen Team die Zukunftspläne der Trainer, nämlich die Jungen nachrücken zu lassen, durcheinander. Aber auch hier ist jeder seines eigenen Glückes und Erfolges Schmied. Kein junger und auch kein älterer hat von Vornherein die Garantie auf einen Startplatz, auch kein Janne Ahonen. Beiden wünsche ich natürlich viel Glück! Wertfrei mit Augenzwinkern sage ich: Ob Janne Ahonen nun fünf oder sechs Tourneesiege hat, ist nun auch egal.

Sommer-Highlights

Das erste Highlight in diesem Sommer stellen die deutschen Meisterschaften dar. Es wird sicher wieder eine tolle Veranstaltung. Besonders weil das Frauenskispringen nun auch bei nationalen Meisterschaften einen festen Platz im Programm hat, was ich sowieso für die beste Idee der letzten Jahr halte. Ja, da hat der Deutsche Skiverband auch mal etwas Positives geschaffen. Man sollte ja schließlich nicht immer nur meckern. Was den Stellenwert vom Sommerskispringen, ob deutsche Meisterschaft oder Sommer-Grand-Prix betrifft, so war das für mich jedenfalls immer ein wichtiger Gradmesser, wo ich zum momentanen Zeitpunkt stehe. Aber für mich war damals sowieso fast jedes Springen wichtig. Deshalb sehe ich auch ein, dass dies für viele zwar eine wichtige Standortbestimmung ist, welche auch mit keinem schlechten Preisgeld belohnt wird, allerdings nicht mehr und nicht weniger bedeutet. Dabei spielen Trainingsaufbau und auch die Philosophie der Gestaltung der Sommersaison der Trainer eine wichtige Rolle. Für die Skispringer im Einzelnen wird das jeder für sich individuell sehen. Für den einen wichtig für das Selbstvertrauen, für manch anderen eben nur eine Standortbestimmung.

Vorsichtige Prognose

Meine Favoriten für das Sommerskispringen lauten Gregor Schlierenzauer, Wolfgang Loitzl, Simon Ammann, Martin Schmitt, Georg Späth, Harri Olli und Robert Kranjec. Habe ich jemanden vergessen? Trotzdem bleibt anzumerken: Bei solchen Tipps liege ich sowieso meistens daneben.

Viele Grüße,
Euer Jens
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ÖSV-Trainingsauftakt, 16.05.2012
ÖSV-Trainingsauftakt, 16.05.2012

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