













|

Kalle Keituri: "Mit beiden Beinen auf dem Boden" (11.10.2010)
Im exklusiven Interview mit SKIJUMPING.de äußert sich der Finne Kalle Keituri zu seinen sportlichen Erfolgen in diesem Sommer sowie deren Auswirkungen auf die eigene Erwartungshaltung. Er beschreibt zudem die strukturellen und personellen Veränderungen innerhalb der finnischen Mannschaft und spricht offen über die Vor- und Nachteile der neu eingeführten Regelungen im Skispringen.
Kalle, du konntest in diesem Sommer große Erfolge verbuchen, wurdest gerade erst finnischer Meister. Was ist der Grund für deine momentan gute Form?
Kalle Keituri: Ich weiß es eigentlich gar nicht so genau. Im Prinzip geht es doch immer darum, hart zu arbeiten. Dann stellen sich die Dinge so ein, wie sie es diesen Sommer bei mir getan haben.
Hast du in der vergangenen Zeit auch mit neuem Material experimentiert, vor allem im Bereich der Bindungen?
Keituri: Nein, ich habe gar nichts verändert. Während des gesamten Sommer-Grand-Prix, sprich von Hinterzarten bis Wisla, bin ich mit meinem alten Material gesprungen. Es hatte sich also im Vergleich zum letzten Jahr in dieser Hinsicht nichts geändert. Im Moment verwende ich jedoch ein anderes Bindungssystem, aber wie man sehen kann, springe ich nun nicht mehr unter die Top-Ten (lacht).

Dein Team hat sich im Vergleich zur letzten Saison ziemlich verändert: Ihr habt einen neuen Cheftrainer, Ville Kantee ist Assistenz-Trainer und nun kam Gerhard Hofer als zweiter Co-Trainer hinzu. Wie kommt ihr mit dieser neuen Struktur zurecht?
Keituri: Es hat sich wirklich eine Menge verändert und die Struktur ist eine ganz andere. Wir haben jetzt eine ähnliche Situation wie damals, als Mika Kojonkoski noch Cheftrainer war. Das Techniker-Team entwickelt und modifiziert nun sein eigenes Material und benutzt nicht mehr nur die konventionelle Ausrüstung anderer Nationen und Mannschaften. Wir versuchen sozusagen, selbst etwas Spezielles für uns zu entwerfen.
Haben deine guten Ergebnisse aus dem Sommer in gewisser Weise nun Einfluss auf deine Ansprüche hinsichtlich der neuen Saison?
Keituri: Nein, ich versuche, mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben, wenn ich nicht gerade springe (lacht). Für den nächsten Winter habe ich keine speziellen Ziele oder Vorstellungen, auch nicht im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Oslo. Ich werde einfach versuchen, jederzeit mein Bestes zu geben.
Wie genau werden die kommenden Wochen hinsichtlich der Saison-Vorbereitung nun für dich und das finnische Team aussehen?
Keituri: Während der vergangenen drei Wochen bin ich sehr viel unterwegs gewesen. Wir waren gerade erst eine Woche in Norwegen und sind von dort aus weiter nach Finnland gereist, um an den nationalen Meisterschaften teilzunehmen. Danach kamen wir für die beiden Wettkämpfe im Sommer-Grand-Prix nach Liberec und Klingenthal. Ich fühle mich jetzt ziemlich müde und das hat derzeit auch Auswirkungen auf meine Sprünge. Außerdem standen auch einige Materialtests auf dem Programm, weswegen wir viele Probesprünge absolvieren mussten, um ein Gefühl für die neue Ausrüstung zu bekommen. Ich merke einfach, dass meine körperliche Kraft im Moment ein wenig nachlässt, und daher bin ich der Meinung, dass wir vorerst genug getestet haben. In den nächsten Tagen sollte ich etwas mehr freie Zeit zur Verfügung haben und ich werde mich auch nur auf das Krafttraining konzentrieren. In ein paar Wochen kommen wir dann für ein Trainingslager zurück nach Klingenthal. Und danach heißt es, auf den Winter zu warten!
Du bist mit einer Deutschen verheiratet und lebst die meiste Zeit über auch in Deutschland. Wie funktioniert dabei die Kommunikation mit dem finnischen Team?
Keituri: Wir schreiben sehr viele SMS und telefonieren wirklich oft (lacht)! Dieses Jahr hat sich viel verändert im finnischen Team. Während der vergangenen zwei Jahre hatten wir jeweils nur ein Trainingslager im Sommer und jetzt absolvieren wir mehrere. Dabei ist dann stets das ganze Team beisammen und somit verbringen wir mehr Zeit miteinander als früher. In den Zeiten, in den wir nicht zusammen unterwegs sind, sehnt sich jeder dann auch nach seinem Zuhause und macht dort selbstständig einige Trainingseinheiten.

Auf welche Art und Weise wird dein Sprungstil von den neuen Regeln beeinflusst, beispielsweise im Hinblick auf den BMI oder die damit zusammenhängende Skilänge?
Keituri: Es hatte einen Einfluss, aber auf positive Weise. Meine Skilänge wird sich nicht so stark verändern, es handelt sich lediglich um einen Zentimeter. Dadurch ist es für mich nun viel leichter, ein bestimmtes Gewicht über den Saisonverlauf zu halten. Früher was es immer ein richtiger Kampf, das Gewicht auf einem speziellen niedrigen Niveau zu halten und ich habe es nie geschafft, das auch die ganze Saison über durchzuhalten. Jetzt ist es einfacher und auch gesünder!
Was ist deine persönliche Meinung dazu, dass nun die Windbedingungen in die Gesamtpunktzahl bei einem Sprung mit eingerechnet werden?
Keituri: Diese neuen Regelungen gefallen mir sehr gut. Ich denke, das sind die besten Veränderungen, die es in den letzten 20 Jahren im Skispringen gegeben hat. Die Anlaufregel ist ebenfalls wirklich praktisch. Wenn der Wettbewerb beginnt, sollte der Anlauf natürlich nicht allzu oft verändert werden, wie das beispielsweise beim Skifliegen in Oberstdorf der Fall war. Aus meiner Sicht hat die Jury in diesem Fall aber bisher sehr gute Arbeit geleistet. Trotzdem bin ich der Meinung, dass nur aufgrund der neuen Regeln der Korridor für den Wind nicht erweitert werden sollte. Man hat die Auswirkungen davon gerade erst in Klingenthal gesehen. Prinzipiell sollte die Jury doch dann die Freigabe zum Springen geben, wenn die Bedingungen es auch zulassen. Es kann dagegen nicht die Lösung sein, wenn die Ampel stetig auf Grün steht und hinterher die Computer lediglich den vorhandenen Wind in die Punkte einrechnen. An erster Stelle sollten immer einigermaßen faire Bedingungen stehen und erst dann kann man kleinere Windunterschiede mit den neuen Regeln ausgleichen.
Das Interview führten Mariele Stockinger und Silke Tegethof. |


|
01
|
Bardal
|
 |
1325 P.
|
|
02
|
Schlierenzauer
|
 |
1267 P.
|
|
03
|
Kofler
|
 |
1203 P.
|
|
04
|
Ito
|
 |
1131 P.
|
|
05
|
Stoch
|
 |
1078 P.
|
|
06
|
Freitag
|
 |
1031 P.
|
|
07
|
Morgenstern
|
 |
1014 P.
|
|
08
|
Freund
|
 |
857 P.
|
|
09
|
Kranjec
|
 |
829 P.
|
|
10
|
Koudelka
|
 |
796 P.
|
|
01
|
Österreich
|
 |
6935 P.
|
|
02
|
Norwegen
|
 |
4530 P.
|
|
03
|
Deutschland
|
 |
4353 P.
|
|
04
|
Slowenien
|
 |
3412 P.
|
|
05
|
Japan
|
 |
2827 P.
|
|
06
|
Polen
|
 |
2638 P.
|
|
07
|
Tschechien
|
 |
2178 P.
|
|
08
|
Russland
|
 |
918 P.
|
|
09
|
Schweiz
|
 |
753 P.
|
|
10
|
Finnland
|
 |
611 P.
|
|
01
|
Hendrickson
|
 |
1169 P.
|
|
02
|
Iraschko
|
 |
779 P.
|
|
03
|
Takanashi
|
 |
639 P.
|
|
04
|
Gräßler
|
 |
546 P.
|
|
05
|
Van
|
 |
482 P.
|
|
06
|
Sagen
|
 |
454 P.
|
|
07
|
Pozun
|
 |
422 P.
|
|
08
|
Faißt
|
 |
409 P.
|
|
09
|
Jerome
|
 |
395 P.
|
|
10
|
Mattel
|
 |
328 P.
|
|
01
|
Stjernen
|
 |
1017 P.
|
|
02
|
Gangnes
|
 |
899 P.
|
|
03
|
M. Hayböck
|
 |
834 P.
|
|
04
|
Mandl
|
 |
684 P.
|
|
05
|
Meznar
|
 |
606 P.
|
|
06
|
Naglic
|
 |
597 P.
|
|
07
|
Loitzl
|
 |
570 P.
|
|
08
|
Johansson
|
 |
559 P.
|
|
09
|
Ingvaldsen
|
 |
549 P.
|
|
10
|
Swensen
|
 |
542 P.
|
|
01
|
Iraschko
|
 |
440 P.
|
|
02
|
Hendrickson
|
 |
420 P.
|
|
03
|
Vtic
|
 |
256 P.
|
|
04
|
Takanashi
|
 |
220 P.
|
|
05
|
Rogelj
|
 |
211 P.
|
|
06
|
Pozun
|
 |
206 P.
|
|
07
|
Bogataj
|
 |
182 P.
|
|
08
|
Seifriedsberger
|
 |
152 P.
|
|
09
|
Vuik
|
 |
139 P.
|
|
10
|
Sagen
|
 |
136 P.
|
|
01
|
Morgenstern
|
 |
620 P.
|
|
02
|
Stoch
|
 |
505 P.
|
|
03
|
Hilde
|
 |
443 P.
|
|
04
|
Schlierenzauer
|
 |
400 P.
|
|
05
|
Zyla
|
 |
298 P.
|
|
06
|
Takeuchi
|
 |
281 P.
|
|
07
|
Freitag
|
 |
265 P.
|
|
08
|
Karelin
|
 |
256 P.
|
|
09
|
Kot
|
 |
222 P.
|
|
10
|
Freund
|
 |
216 P.
|
|