
Nachdem der russische Nationaltrainer Alexander Sviatov bereits vor gut drei Wochen seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, und ab 1. September nicht mehr als Cheftrainer tätig sein wird, sind die russischen Skispringer besorgt über die aktuelle Lage. Besonders Pavel Karelin, der seine bisher größten Erfolge unter Sviatov feiern konnte, zeigte sich in einem Interview mit 'VES Sport' unzufrieden mit der neuen Situation.
Sviatovs Rücktritt Grund für schwächere Leistungen
Die zuletzt schwächer ausgefallenen Leistungen während des Sommer-Grand-Prix führt Karelin so denn auch auf den Schock zurück, den er durch die Bekanntgabe des Rücktritts seines Trainers erlitten habe. Deshalb habe er mit Konzentrationsproblemen vor dem Start zu kämpfen: "Etwas in mir ist gebrochen, als ich von Sviatovs Rücktritt gehört habe. Die gute Stimmung der vergangenen Zeit ist verschwunden. Ich versuche gut zu springen, aber es funktioniert nicht."
Karelin betont auch, dass er seinen Leistungsanstieg während der letzten Saison Alexander Sviatov zu verdanken habe. Der zehnte Platz in der Gesamtwertung des vergangenen Sommer-Grand-Prix', der erste Podiumsplatz im Januar bei der Vierschanzentournee und die gute Form zu Beginn dieses Sommers bei der Polen-Tour sei auf die fruchtbare Zusammenarbeit zurückzuführen. Sviatov habe überhaupt erst sein Potential als Springer entdeckt.
Karelin: "Wir waren ein wunderbares Team"
Eine wichtige Rolle habe auch die enge Bindung zu Sviatov gespielt, so dass der Verlust des Trainers nun zu einer mentalen Krise beim russichen Adler führt, der zuletzt als Hoffnungsträger seiner Mannschaft galt. "Ich weiß nicht, was passieren soll. Alexander war nicht nur ein Trainer, sondern steht mir auch persönlich sehr nahe. Wir waren ein wunderbares Team. Ich weiss nicht, wie es ohne Sviatov weitergehen soll." Als einzigen Hoffnungsschimmer sieht Karelin nur noch die Möglichkeit, dass Alexander Sviatov zumindest sein persönlicher Trainer bleiben wird.
Auch die übrige Mannschaft ist nicht glücklich über die Situation. Die Springer haben deshalb bereits den russischen Sportminister Vitaly Munky um Hilfe gebeten und hoffen nun auf eine Lösung, die nicht nur alle Beteiligten zufriedenstellen, sondern auch die Zukunft des russischen Skispringens sichern solle. (abr)