
"Ich spüre eine Leere" – vier Worte, die keine Fragen offen lassen. Ausgesprochen vom finnischen Nationaltrainer Pekka Niemelä Anfang August. Sie beschreiben alles, was es derzeit über das finnische Skispringen zu sagen gibt. Leere, Ratlosigkeit, nicht einmal mehr Mittelmaß: Finnland erlebt derzeit einen regelrechten Absturz ins Bodenlose.
Die Bilanz des bisherigen Sommer-Grand-Prix ist nicht nur ernüchternd, sie ist schockierend: Seit dem Auftaktspringen in Wisla konnte Finnland nur vier Sprünge in Finaldurchgängen zeigen, das beste Einzelergebnis lieferte Juha-Matti Ruuskanen mit Platz 21 in Hakuba. Mit insgesamt 18 bisher erreichten Punkten ist er auch bestplatzierter Finne in der Gesamtwertung - auf Rang 56. Jarkko Määtä auf Rang 70 und Anssi Koivuranta auf Rang 74 konnten nur fünf bzw. drei Pünktchen sammeln. Alle anderen bisher angetretenen Springer – Olli Muotka, Kalle Keituri und Matti Hautamäki – sind nicht einmal gelistet, sie haben nie einen zweiten Durchgang erreicht. Mit diesen mageren 26 Punkten liegt Finnland in der Nationenwertung derzeit auf Rang 15 von 18 – die führenden Österreicher nähern sich inzwischen der 2.000-Punkte-Grenze.
Verletzungspech nur ein Faktor von vielen
Soweit die Zahlen. Kommen wir zu den Fakten: Es ist mittlerweile nicht mehr ganz einfach nachzuvollziehen, wo das Verletzungspech begonnen hat, das die finnische Mannschaft inzwischen fast alle Substanz geraubt hat. Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver kostete die Verletzung von Janne Ahonen diesem nicht nur mit ziemlicher Sicherheit eine Einzelmedaille, auch das Team verlor praktisch alle Chancen. Auch der lädierte Ville Larinto konnte seine Mannschaft nicht unterstützen. Ohne Ahonen und Larinto an den Start gehen – diesen Verlust konnte das Team nicht auffangen. Nur etwa vier Monate später brach sich ebendieser Ville Larinto, größtes Nachwuchstalent der Finnen seit langer Zeit, beim Training das Schulterblatt. Eine Woche später erwischte es erneut einen Weltklassespringer beim Training: Janne Happonen, neben Larinto zweiter großer Hoffnungsträger und damals vielleicht in der Form seines Lebens, reißt sich die Bänder im Knie und ist seither mit dem Kampf zurück auf die Schanzen beschäftigt. Nur für wenige Wochen konnte Pekka Niemelä sich nach der überstandenen Verletzung von Ahonen und der Rückkehr Larintos Hoffnung machen, denn es sollte alles noch schlimmer kommen: Beim vergangenen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, das mehr einer Farce als einem sportlichen Wettkampf glich, erlitt der gerade genesene und in Bestform springende Ville Larinto einen Bänderriss, als er unverschuldet stürzte, obwohl das Springen längst hätte abgesagt werden müssen. Die Saison war für ihn natürlich gelaufen. Nur konnte damals Niemelä wenigstens noch auf Kalle Keituri, Anssi Koivuranta, der einen guten Start in die Nationalmannschaft hingelegt hatte, und vor allem Matti Hautamäki vertrauen.
Heute kann er das nicht mehr. Keituri und Koivuranta rennen ihrer Form hinterher, Hautamäki scheint entweder völlig von der Rolle oder noch garnicht recht im Wettkampfmodus zu sein, Ahonen hat seine Karriere endgültig beendet, Happonen kämpft noch mit seiner Verletzung, Ville Larinto erleidet vor einem knappen Monat erneut einen Bänderriss, als er sich gerade wieder ans Springen herantasten wollte. Der Start in der kommenden Saison ist für ihn äußerst fraglich.
Nachwuchs? Fehlanzeige in Finnland. Hinzu kommen Probleme, die von außen kaum zu durchschauen sind. Der finnische Skiverband steckt seit langem in der Krise. Inwieweit eine richtige Struktur noch vorhanden ist, ist unklar. Springer müssen sich selbst um ihre Sponsoren kümmern, außerdem kam im letzten Jahr ans Licht, dass der Verband wohl die Gelder der Springer veruntreut hatte. Diese Umstände tragen nicht gerade zur Besserung der Gesamtsituation bei.
Abwärts geht's schnell – Für den Weg nach oben braucht man Geduld
Wen trifft die Schuld? Eine Frage, auf die es keine klare Antwort gibt – und damit auch keine klare Lösung. Trainer Niemelä hat praktisch ohne Vorlaufzeit den Job übernommen, nachdem Janne Väätäinen nach Olympia von heute auf morgen hingeschmissen hatte. Pekka Niemelä versucht sein Bestes, um zu verhindern, dass das Team komplett den Anschluss verliert. Er holte mit Gerhard "Gatsch" Hofer einen der wohl weltbesten Skitechniker nach Finnland, der versuchte, auch in Sachen Skibindungen bei der Entwicklung mitzuhalten. Er blieb nur ein Jahr und zog weiter, dorthin, wo es mehr Hoffnung auf Erfolg gibt.
Derzeit sind alle Springer zum Sondertraining zitiert und die anstehenden Wettkämpfe des Finnjumping-Cups für den A-Kader gecancelt. Ob diese Maßnahme Früchte tragen wird, das wird sich spätestens zum Weltcup-Auftakt im heimischen Kuusamo zeigen. Vorbei die Zeiten, in denen die "Finnair" der Konkurrenz das Fürchten lehrte, in denen ein Mann namens Ahonen mit seiner Maske und seiner Ausstrahlung zum Symbol einer wintersportbegeisterten Nation wurde, für die es nur ein Motto gab: "Der Zweitplatzierte ist der erste Verlierer." Heute geht es ums Überleben. Eine Sache dürfte allen Beteiligten klar sein: Umso schneller der Weg nach unten, umso härter und langwieriger ist der Weg wieder zurück an die Spitze. Unten angekommen ist man. (ssa)
| Eagle | 15.09.2011 | 13:00:22 |
Harri Olli quit his career cause his motivation
was not goo at all in last years, this is caused by
huge media pressure which came after his many mistakes in last years. Finally last 1,5years Harri almost totally quit to train, there is no athlete who can jump well without training.
Hope Harri can find for himself comeback and return. Now he has been more happy as an mr. noboy, no media hunting in yellow magazines
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| daikku | 07.09.2011 | 16:21:10 |
Und zum "Rausschmiss"..Er wurde nach Kuusamo nie offiziell aus dem Team "raus geschmissen", er war ja nie Teil des A-Kaders in der Saison 10/11. Also konnte er auch nie "begnadigt" werden. Den Schlussstrich hat er selbst bestimmt und niemand anders.
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| daikku | 07.09.2011 | 16:18:16 |
@ mf
Harri Olli hat ne ausgeprägte Begabung in Mathematik.
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| mf | 07.09.2011 | 08:55:37 |
@Olli Wo war Olli Intelligent, Olli war ein guter Springer, er hatte aber immer Eskapaten, ich kann den Trainer der ihn rausgeschmissen hat verstehen, irgendwann ista das mass halt voll, er hatte eine erneute Begnatigung nicht verdient. Er kann froh seine das er so lange Springen durfte. Zu Happonen ein guter Springer aber leider häüfig verletzt, Larinto ein Talen aber er wird nie mehr zu seiner alten Form zurückkommen . Zu den Talentproblem. Die Finnen sollen ihr kompplettes System mal überdenken, und neue Strukturen schaffen sonst verschwindet Finnland irgendwann von der Skisprungkarte, wen trifft die Schuld?? Der ganze Verband inklusive Springer, die müssen natürlich auch wollen was hilft mir der beste Trainer wenn die Springer nicht wollen der Weg nach oben wird steinig und schwer hoffe das es den Finnen gelingt bin da aber skeptisch. Mein tipp mit den Finnen gehts jetzt erstamal nochw weiter nach unten, aber auf lange Sicht wird Finnland wieder nach oben kommen, Hoffe ich zumindest 
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| Olli | 06.09.2011 | 11:07:32 |
Tja, der intelligenteste finnische Springer war eh Harri Olli und der hat das sinkende Schiff rechtzeitig verlassen...okay, teilweise natürlich selbstverschuldet, aber die Strukturen haben ihren Teil wohl dazu beigetragen.
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| Frank | 05.09.2011 | 17:28:16 |
In Vancouver ist Ville Larinto aber nicht dabei gewesen. Die Oberschenkelzerrung hatte ein anderer...
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| Frage | 04.09.2011 | 22:06:32 |
@Steffi
olli,happonen und auch lappi wurden alle verheizt ...
Wie darf man das vestehen? Bitte um Antwort.
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| daikku | 04.09.2011 | 17:11:09 |
@ Steffi:
Kompliment für deine Kommentar. Dem kann ich mich nur anschliessen.
Es ist auch denkbar schwierig sich 100% auf den Sport zu konzentrieren wenn man privat keine finanzielle/soziale Absicherung hat. Sowas wie in D oder Ö die Bundeswehr oder Bundespolizei oder sonst was, wo man abgesichert ist, gibt es in Finnland nicht. Auch keine ausgeprägte Sportförderung. Alles läuft über private Sponsoren. So kommen die Jungs in eine Endlosschleife aus schwachen Leistungen und dementsprechend schwer ist es dann auch einen zahlungskräftigen Sponsor zu finden.
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| steffi | 04.09.2011 | 13:09:47 |
naja das diese situation im finnischen team nicht erst seit gestern so ist weiß jeder der sich ein bissl mit skispringen auskennt...wenn wir ehrlich sind ging das ganze übel unter nikunen schon los, da stand immer nur einer (ahonen, maximal hautamaeki) im vordergrund und alle anderen sind hinten abgefallen, olli, happonen und auch lappi wurden alle verheizt und als es dann nicht mehr ging fallen gelassen...warum ist harri olli so abgerutscht? warum konnte man ihm nicht helfen? in finnland geht grundsätzlich mal was schief und diese verletztenmisere, bei aller liebe, aber da muss sich der trainer fragen warum das so ist...ich glaube das liegt nämlich auch daran das sie nicht wirklich austrainiert sind, die finnischen springer machen auf mich den eindruck als würden sie ihren sport nicht so ernst nehmen wie andere...auch glaube ich das in der jugendarbeit viel verkehrt gelaufen ist...ich glaube schon das sie talente haben diese aber nicht gut genug fördern...und somit ergibt sich ihre jetzige situation...wenn sie nicht langsam einen radikalen schnitt machen gehts immer weiter bergab...
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| mf | 03.09.2011 | 20:31:23 |
Sag mal so der im Sommer unter den Top5 ist ist im Winter auch meistens unter den top 15
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