Continentalcup: Beide waren sie stark, am Ende teilten sie sich den Sieg: Die Österreicherinnen Daniela Iraschko und Jacqueline Seifriedsberger haben punktgleich das das erste von zwei Continentalcupspringen im norwegischen Trondheim gewonnen. Beide ersprangen sich jeweils insgesamt 257,0 Punkte, Iraschko mit 101 und 96, Seifreidsberger mit 97 und 100 Metern. Ebenfalls in Top-Form präsentierte sich die in der Continentalcup-Gesamtwertung jetzt uneinholbar führende Französin Coline Mattel (101 und 98 m; 250,0 P.), die insgesamt sogar am weitesten Sprang, sich aber wegen schlechterer Haltungsnoten mit Platz drei begnügen musste.
Dramatisches Ringen um den Sieg
Der Wettkampf am heutigen Samstag hätte an Spannung kaum mehr bieten können. Zwar hatte es nach dem ersten Durchgang punktemäßig nach einem klaren Sieg für die amtierende Weltmeisterin Iraschko ausgesehen, denn sie thronte zur Pause mit der Tagesbestweite von 101 Metern und 6,5 Punkten Vorsprung einsam an der Spitze. Dennoch konnte sich Iraschko zu diesem Zeitpunkt ihres Sieges noch nicht sicher sein - hatte sie doch davon profitiert, dass ihre Konkurrentin Coline Mattel trotz gleicher Weite wegen Schwierigkeiten bei der Landung nur Platz vier einnahm. Damit lag die Französin dicht hinter Maja Vtic aus Slowenien und Iraschkos Landsfrau Jacqueline Seifriedsberger.
Im Finale war es dann auch Mattel, die das erste Ausrufezeichen setzte. Mit ihren 98 Metern konnte wiederum Vtic nicht mithalten, die Slowenin fiel am Ende auf Platz vier zurück. Sehr wohl kontern konnte jedoch Seifriedsberger, die bereits die beiden Trainings sowie den Probedurchgang dominiert hatte und mit 100 Metern noch eins draufsetzte. An dieser Top-Weite des zweiten Durchgangs biss sich schließlich gar Iraschko die Zähne aus - 96 Meter reichten für sie dennoch, um mit ihrer Landsfrau zusammen die oberste Stufe des Siegertreppchens erklettern zu dürfen. Die drittplatzierte Coline Mattel darf sich hingegen über den vorzeitigen Gewinn der Continentalcup-Gesamtwertung freuen - ein Springen vor Schluss liegt sie uneinholbar an der Spitze.
Althaus und Faißt retten deutsches Mannschaftsergebnis
Die deutschen Springerinnen konnten mit diesen Ausnahmesprüngen an diesem Tag nicht mithalten. Mit Ausnahme der auch schon in den vergangenen Sommer-Wettbewerben erfolgreichsten DSV-Athletin Katharina Althaus, die heute einen beachtlichen sechsten Rang erzielte, sowie Melanie Faißt auf Platz zehn, konnte sich niemand ins Vorderfeld der Ergebnisliste springen. Juliane Seyfarth (16.), Anna Häfele (21.) und Anna Rupprecht sammelten immerhin Continentalcup-Punkte, während Ulrike Gräßler als 34. von 41 Springerinnen gar das Finale verpasste.
Achtungserfolge für Jessica Jerome und Line Jahr
Ihren Saisonauftakt im internationalen Wettkampfgeschehen gaben heute – zwei Springen vor Ende der Sommerserie – das Nationalteam aus Norwegen sowie einige Springerinnen aus den USA. Während Norwegens wohl bekannteste Springerin Anette Sagen (21.) und die US-Vorzeigespringerin Lindsey Van (19.) noch viel Luft nach oben haben, dürften ihre Teamkolleginnen Line Jahr (NOR, 7.) und auch die Amerikanerin Jessica Jerome (8.) mit ihren Platzierungen am heutigen Tag durchaus zufrieden sein.
Mit dem zweiten Springen am morgigen Sonntag in Trondheim endet die diesjährige Sommer-Continentalcup-Serie der Damen. (jar)
Foto: © ÖSV / mirjageh.com