
Auch das Team Austria mobilisiert alle Kräfte für die anstehende erste Damen-Weltcup-Saison: Gut zwei Monate vor dem Auftakt in Lillehammer hat das Team mitsamt seinen Top-Springerinnen Daniela Iraschko und Jacqueline Seifriedsberger im weltgrößten Klima-Windkanal in Wien getestet. Einen ganzen Tag lang konnten sowohl Nationalmannschafts- als auch Nachwuchsspringerinnen an ihrer optimalen Flughaltung, an der besten Anfahrtsposition und an der Absprungbewegung feilen. Auch Materialtests standen dabei im Mittelpunkt, wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) berichtet.
Cheftrainer Rodlauer: "Weltcup-Gesamtwertung größtes Ziel im Winter"
Keinen Hehl machte ÖSV-Damen-Cheftrainer Harald Rodlauer daraus, dass die Tests einen Mosaikstein auf dem Weg zu weiteren rot-weiß-roten Skisprung-Meriten darstellen. "In der kommenden Wintersaison wird es unser größtes Ziel sein, die Weltcup-Gesamtwertung zu gewinnen", sagte Rodlauer im Rahmen der Einheit. Auch die Juniorenweltmeisterschaft in Erzurum im Februar 2012 mit dem Schwerpunkt Teamwettkampf visiere man an. Ein Grund, weshalb in diesem Jahr erstmals auch die Nachwuchsmannschaft mit in den High-Tech-Windkanal durfte.
Dreißigmal länger in der Luft als beim Sprung von der Schanze
Die dortigen Vorteile liegen für die ÖSV-Verantwortlichen auf der Hand: Während ein Sprung von einer Großschanze nach circa sechs Sekunden beendet ist, können sich Athleten im Wiener Rail-Tech-Arsenal bis zu drei Minuten am Stück durch die künstlich erzeugten Lüfte hangeln – also bis zu dreißig Mal so lange wie im echten Flug, und das im unmittelbaren Beisein des ratgebenden Trainers. "Wir arbeiten ständig daran, unseren Sportlerinnen die besten Voraussetzungen für Topleistungen zu schaffen", erklärte ÖSV-Damen-Koordinator Gerald Daringer die Maßnahme.
Chefcoach Rodlauer sieht sein Team derweil im Soll: "Ausgehend von einer optimalen Sommervorbereitung blicken wir jetzt freudig auf die ersten Bewerbe im Dezember."
Das sagen die Springerinnen:
Daniela Iraschko: "Der Windkanal bietet für uns Springerinnen viele Möglichkeiten, uns zu verbessern. Durch den Wechsel im Bindungsbereich sind doch einige Fragen aufgetaucht, die wir hier beantworten können. Auch bei meinem Sprunganzug bin ich auf einige Kleinigkeiten draufgekommen, die ich verbessern kann."
Jacqueline Seifriedsberger: "Mein Rhythmus und die Form beim Springen sind derzeit hervorragend. Die Simulationen hier im Klima-Windkanal waren ebenfalls vielversprechend. Gerade wenn hier der Trainer praktisch mit dir mit springen kann und du minutenlang Zeit hast, deine Position zu finden. Am Abend nach einem langen Tag im Windkanal weißt du aber auch, was du getan hast. Da ist der Muskelkater am nächsten Tag praktisch vorprogrammiert." (jar)
Foto: ÖSV/mirjageh.com