
Mit der nahenden Wintersaison beginnt in Polen eine neue Skisprung-Ära: Erstmals wird das Weltcup-Geschehen ohne Adam Malysz über die Bühne gehen, der bereits erfolgreich seine zweite Karriere als Rallye-Fahrer verfolgt. Gegenüber der polnischen Zeitung Rzeczpospolita sprach der berühmteste polnische Sportler nun über die Zukunft des polnischen Skispringens, das auch nach seinem Karriereende keinen Einbruch zu fürchten habe.
Kamil Stoch der natürliche Anführer
Bereits der Sommer-Grand-Prix habe bewiesen, dass das polnische Team auch gut ohne ihn auskomme und die Leistungen der jungen Mannschaft sich ständig verbesserten: "Der Sommer-Grand-Prix hat gezeigt, dass Kamil Stoch der natürliche Anführer ist. Großes Potential hat Piotr Zyla. Und dann sind da noch Maciej Kot und die Brüder Mietus: Krzysztof und Grzegorz. Um unser Skispringen müssen wir uns keine Sorgen machen", wie Malysz über seine ehemaligen Kollegen lobend zu berichten weiß. So sei er auch in ständigem Kontakt mit den Trainern Lukasz Kruczek und Robert Mateja, die ihn über die Fortschritte der Mannschaft auf dem Laufenden halten.
Nächstes Ziel: Rallye-Dakar
Für Malysz selbst gehöre das Skispringen allerdings schon der Vergangenheit an. Mit seinem Karriereende habe er eine bewusste Entscheidung getroffen. Nun bestimme das Rallye-Fahren seinen Alltag. "Das Wichtigste ist, dass ich wieder ein Ziel habe und damit fühle ich mich gut." Zwar habe er genauso wenig Zeit wie früher und reise ständig herum, dennoch sei er öfters in Polen und könne – was sehr wichtig sei – nun endlich essen und trinken so viel er wolle.
Momentan bereitet sich Malysz intensiv auf die Rallye-Dakar vor, bei der er schon bald starten wird. "Ich plane die Rallye-Dakar nicht, um zu gewinnen. Ich weiß, dass das nicht möglich ist, niemand gewinnt sie beim ersten Mal. Ich werde mit mir selbst kämpfen, um ans Ziel zu kommen", so der ehemalige Superadler über den ihn stets antreibenden Kampfgeist. (abr)