Olympia: Die sieben olympischen Wintersportverbände Norwegens haben am gestrigen Montag Oslo als Kandidat für eine mögliche Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2022 bestimmt. Das berichtet der norwegische Skiverband auf seiner Webseite. Für Oslo sprach laut den Verbänden, dass vorhandene Sportstätten genutzt werden könnten und so keine hohen Kosten für Neubauten entstünden.
Skisprungwettbewerbe am Holmenkollen und in Vikersund?
Für die Skisprung-Wettbewerbe könnten die für die Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 erneuerten Schanzen am Midstubakken und Holmenkollen genutzt werden. Trotz der in Oslo vorhandenen Schanzenanlagen denkt der Vorsitzende des norwegischen Skiverbands, Sverre Seeberg, jedoch über eine Kooperation mit Vikersund nach. "Dort könnte ein Großschanzenwettkampf stattfinden, während der Holmenkollen als Normalschanze fungiert“, so Seeberg. Die Großschanze in Vikersund wurde 2008 für etwa vier Millionen Euro umgebaut. Des Weiteren soll im Auslauf ein neues Funktionsgebäude entstehen. "Wir hoffen, dass wir das Beste aus den bestehenden Anlagen machen können um die Kosten so gering wie möglich zu halten, denn es wird keine neuen Schanzenanlagen geben“, so Seeberg weiter.
Die Wettbewerbe der Nordischen Kombinierer und Langläufer könnten ebenfalls auf dem für 200 Millionen Euro modernisierten Areal rund um den Holmenkollen und Midstubakken stattfinden. Für die Wettkämpfe der Alpinen kämen Kvitfjell und Hafjell in Frage. Beide Skigebiete waren bereits bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer Wettkampfstätten der Alpinen. Für die Snowboarder stünde der Tryvann-Winterpark zur Verfügung, wo 2012 die Snowboard-Weltmeisterschaften stattfinden werden.
Kritische Stimmen aus Tromsoe
Trotz dieser Vorteile sind nicht alle mit der Entscheidung für Oslo als Bewerberstadt einverstanden. So fühlt sich der Sportkreis der Region Tromsoe übergangen. Denn Tromsoe war 2007 vom Norwegischen Skiverband und dem Olympischen Komitee als Kandidat für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2018 ausgewählt worden. Ein Jahr später wurde das Projekt jedoch aus Kostengründen aufgegeben. Nun herrscht Unverständnis, warum Tromsoe nicht für eine mögliche Bewerbung um die Spiele 2022 berücksichtigt wurde. "Es ist einfach respektlos mit einer neuen Bewerberstadt zu kommen", sagte Knut Bjoerklund vom Sportkreis der Region Tromsoe gegenüber der norwegischen Zeitung VG.
St. Moritz und Davos sowie Lwiw mögliche Konkurrenten in Europa
Nachdem sich die nationalen Sportverbände nun auf Oslo als Kandidat für eine mögliche Olympia-Bewerbung festgelegt haben, gilt es nun, die Kommunen zu überzeugen. "Die politischen Signale sind mehr als positiv", so Sportpräsident Boerre Rognlien gegenüber norwegischen Medien.
Neben Oslo werden sich aus Europa wohl auch die Schweiz mit St. Moritz und Davos sowie die Ukraine mit Lwiw bewerben (
SKIJUMPING.de berichtete). Ob München sich nach der Niederlage gegen Pyeongchang direkt erneut bewirbt oder einen späteren Zeitpunkt abwartet, ist noch nicht bekannt. (akl)