
Ein gut gelaunter Kamil Stoch hat am Mittwoch in der Klingenthaler Vogtland Arena gemeinsam mit dem polnischen Skisprungteam trainiert. Der 24-Jährige, von vielen Experten als legitimer Nachfolger von Adam Malysz gehandelt, absolvierte bei strahlendem Sonnenschein zwei Sprungeinheiten. “Die Bedingungen sind ideal“, lobt Stoch. "Ich komme immer sehr gern hierher.“ Das hat seine Gründe: 1999 avancierte Stoch mit 64 Metern zum Schanzenrekordhalter – auf der kleinen Vogtlandschanze.
Gut ein Jahrzehnt später feierte er zuletzt drei Siege in Folge in der großen Vogtland Arena. Die Sommer-Grand-Prix' 2010 und 2011 sowie den Skisprung-Weltcup im Winter dieses Jahres konnte er gewinnen. "Ich hab hier immer ein sehr gutes Gefühl. Die Anlage kommt mir entgegen.“ Daher lässt er sich auch ein leise Kampfansage entlocken. "Vielleicht ist Klingenthal ja bald auch mein Wohnzimmer“, sagt er lachend und spielt auf den Österreicher Gregor Schlierenzauer an. Der fühlt sich nach acht Podestplätzen bei neun Starts im Vogtland, darunter fünf Siege in Serie, bekanntlich pudelwohl auf der modernen Großschanze am Schwarzberg. Und begrüßte die Fans beim jüngsten Sommer-Grand-Prix in einem Grußwort: "Liebe Vogtländer, herzlich willkommen in meinem Wohnzimmer.“
Schanzenanlage wird umgerüstet
Zum Skisprung-Weltcup am 15. Februar wird sich zeigen, ob in der guten Stube genug Platz für beide Superstars ist. Zuvor aber herrscht zunächst bis Freitag (18. November) noch reger Trainingsbetrieb. So sind am Donnerstag die Skispringer aus Polen, Tschechien, der Ukraine, Estland und Finnland zu Gast. Und auch die Spezialspringer und Nordisch Kombinierten des Deutschen Skiverbandes springen bis Freitagmittag am Schwarzberg. Anschließend wird die Großschanze dann auf Winterbetrieb umgerüstet. Bis Montag bringen Mitarbeiter und Helfer die riesigen Schneehaltenetze im Schanzenhang an. (mrs)