
Ernst Vettori, nordischer Sportdirektor des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), tut sich schwer, Ziele für die kommende Saison zu formulieren. "Wenn man die Vierschanzentournee, sämtliche WM-Goldmedaillen, den Skiflug-, Einzel- und Nationenweltcup in einer Jahrhundertsaison gewinnt, bleibt kaum etwas übrig“, so Vettori gegenüber 'derstandard.at'. Dennoch glaubt der Olympiasieger von 1992 nicht, dass Skispringen in Österreich ausgereizt ist. "Es geht nicht darum, was man schon erreicht hat. Jeder Einzelne muss seine Ziele neu definieren“, erläutert Vettori. "Thomas Morgenstern fehlt noch etwas im Skifliegen, Gregor Schlierenzauer die Vierschanzentournee. Es gibt immer individuelle Ziele.“
Klare österreichische Handschrift im Skisprungzirkus
Vettori glaubt zudem, dass die Konkurrenz wachsen wird. Und das nicht zuletzt wegen der zahlreichen österreichischen Trainer, die im Ausland tätig sind. "Die Deutschen arbeiten seit Jahren mit österreichischen Trainern. Da gibt es mit Richard Freitag und Severin Freund mittlerweile echt gute Springer. Die Norweger haben immer gute gehabt, die Arbeit von Alexander Stöckl wird sich bald bemerkbar machen“, so Vettori. Richard Schallert habe es in Russland am schwersten, da dort noch viel Basisarbeit zu leisten sei. "Jedenfalls haben wir eine klare österreichische Handschrift im gesamten Sprungzirkus“, fügt Vettori an.
An der Unterstützung des Frauenskispringens habe sich vor der ersten Weltcup-Saison nichts geändert. "Wir haben unsere Damen Gott sei Dank immer gut unterstützt. Das ist nicht von der Bezeichnung des Bewerbes abhängig“, so der Sportdirektor des ÖSV. "Es wird sehr spannend sein zu beobachten, wie sich unser kleines, aber feines Team schlägt.“ Gleichzeitig bedauerte er, dass Weltmeisterin Daniela Iraschko, die erst vor kurzem am Meniskus operiert wurde (
SKIJUMPING.de berichtete), nicht ganz fit sei. (akl)