
Ex-Skispringer Andreas Goldberger übt scharfe Kritik am Internationalen Skiverband FIS und dem zuständigen Materialkomitee: Demnach sei die BMI-Erhöhung von 20,5 auf 21 nicht wirksam, da die meisten Athleten ohnehin mit kürzeren Skiern und weniger Gewicht an den Start gehen würden. "Derzeit ist es so - darauf würde ich wetten, dass von den 30 Topspringern im Weltcup, höchstens fünf mit der maximalen Skilänge springen. Diese Situation müsste einem zu denken geben", so Goldberger im Interview mit 'sport10.at'.
"Das neue Bindungssystem gibt einen deutlichen Flächengewinn und man ist daher nicht mehr auf die maximale Skilänge angewiesen", erklärte Martin Schmitt bereits vor einigen Tagen im SKIJUMPING.de-Interview. Der deutsche Skispringer nutzt als einer der wenigen Athleten im Feld die volle Skilänge.
Der Skiverband habe – so Goldberger – insofern nicht optimal reagiert, als eine gravierendere Bestrafung bei Unterschreitung des Mindest-BMI festzulegen. "Es gibt die FIS und ein Materialkomitee, die bestimmen diese Dinge. Als Außenstehender da reinzureden, da könntest du auch gegen einen Baum rennen", sagt Goldberger. "Es hätte auch beim BMI kaum Änderungen gegeben, wenn ein Toni Innauer nicht gewesen wäre."
Goldberger fordert strengere Reglementierungen
Außerdem sei der Materialbereich zu wenig reglementiert, was eine Gefährdung für die Sportler darstellt. "Auch bei den Bindungen muss hier etwas passieren. Gerade im Nachwuchsbereich bastelt jeder herum und baut sich sein eigenes System, dann ist wieder ein Kreuzband ab. Da gehören auch die Athleten mehr eingebunden", äußert sich der 38-Jährige. (mrs)