Weltcup: Neue Saison, altes Bild – zumindest was die Spitzenposition anbelangt. Die österreichische Mannschaft konnte das erste Teamspringen der Saison, das in nur einem Wertungsdurchgang ausgetragen wurde, nachdem es gestern aufgrund der schwierigen Bedingungen abgesagt werden musste (
SKIJUMPING.de berichtete), für sich entscheiden. Die Besetzung Wolfgang Loitzl, Andreas Kofler, Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern erzielte insgesamt 517,2 Punkte und holte damit den klaren Sieg vor den Japanern (Junshiro Kobayashi, Shohei Tochimoto, Taku Takeuchi und Daiki Ito; 408,4 P.). Platz drei ging an die Mannschaft aus Russland (Dimitry Vassiliev, Anton Kalinitschenko, Roman-Sergeevich Trofimov und Denis Kornilov), die noch vor wenigen Wochen den Unfalltod ihres Teamkollegen Pavel Karelin zu verkaften hatte, mit 398,3 Punkten.
Severin Freund patzt
Die deutsche Mannschaft lag nach drei von vier Gruppen noch aussichtsreich auf dem zweiten Platz hinter Österreich. Ausgerechnet Hoffnungsträger Severin Freund leistete sich allerdings einen Patzer und kam über 123,5 Meter nicht hinaus. Die Mannschaft von Bundestrainer Werner Schuster platzierte sich damit auf dem vierten Rang. Zumindest Maximilian Mechler und Michael Neumayer wussten zu überzeugen. Auch Richard Freitag konnte sich in Kuusamo bislang nicht von seiner besten Seite präsentieren, nachdem er am Freitag im Training nur knapp an einem schweren Sturz vorbeikam.
Weite Sprünge von Koudelka und Co.
Weite Sprünge bekamen die spärlich anwesenden Zuschauer an der Rukantunturi in Kuusamo vor allem in der letzten der vier Gruppen zu sehen: Starker Aufwind sorgte für Sprünge jenseits der 140 Meter, nachdem Gregor Schlierenzauer zuvor schon bei schlechteren Bedingungen auf 139 Meter sprang. Roman Koudelka aus Tschechien, Denis Kornilov aus Russland und der Japaner Daiki Ito sprangen jeweils über 140 Meter und sorgten für mehrere Anlaufverkürzungen. Thomas Morgenstern konnte zum Schluss mit 138 Metern den Sack für Team Österreich endgültig zumachen.
Zwischenzeitlich überraschend stark präsentierten sich die Slowenen. Die Mannschaft um Robert Kranjec, Jure Sinkovec, Peter Prevc und Jernej Damjan kam letztendlich zwar nicht über einen fünften Platz hinaus, doch vor allem die ersten beiden Athleten zeigten gute Sprünge.
Polen, Norwegen und Finnen enttäuschen
Als klare Verlierer des Auftaktsspringens können die Mannschaften aus Polen, Norwegen und Finnland angesehen werden. Allesamt konnten sie nicht überzeugen, und reihen sich auf den Plätzen sieben, acht und neun ein. Die polnische Mannschaft konnte wie schon im Vorjahr die gute Form aus dem Sommer nicht in den Winter retten. Einzig Kamil Stoch zeigte einen guten Sprung auf 128 Meter, täuscht damit aber nicht über die schwache Platzierung der Mannschaft hinweg.
Zwar kündigte Norwegens neuer Cheftrainer Alexander Stöckl schon vor Saisonbeginn an, dass man keine Wunderdinge erwarten könne, doch Platz acht dürfte dennoch eine herbe Enttäuschung darstellen.
Einmal mehr enttäuschend auch die finnische Mannschaft. Ähnlich wie im Sommer konnte das Team von Pekka Niemelä nicht überzeugen und belegt im Endergebnis Platz neun: Der zurückgekehrte Janne Happonen konnte ebenso wenig wie Anssi Koivuranta überzeugen, besser lief es für Olli Muotka und Matti Hautamäki. Noch schwächer waren nur die Mannschaften aus Korea und Kasachstan. (mrs)
Foto: skijumping.pl