Weltcup: 100 Jahre nach dem ersten offiziell gemessenen Sprung einer Frau findet in Lillehammer der erste Weltcup im Damenskispringen statt. "Ich fühle mich sehr geehrt und bin zugleich gespannt darauf am ersten Weltcup teilnehmen zu können“, so die Japanerin Sara Takanashi, die
den zweiten Continentalcup in Rovaniemi für sich entschied.
Gräfin sprang 22 Meter
Damenskispringen gibt es bereits seit etwa 150 Jahren. Der erste offiziell gemessene Sprung einer Frau datiert aus dem Jahr 1911. Paula Reichsgräfin von Lamberg nahm an einem Männerwettbewerb von der Kitzbüheler Schanze teil und sprang 22 Meter.
Seit 1999 wird der FIS-Ladies-Grand-Prix ausgetragen, zur Saison 2004/2005 wurde der Continentalcup für Frauen eingeführt. Im Jahr 2006 nahmen im slowenischen Kranj erstmals Frauen an Junioren-Weltmeisterschaften teil, Juliane Seyfarth gewann den Titel. Drei Jahre später wurde die Amerikanerin Lindsey Van in Liberec die erste Weltmeisterin im Damenskispringen. Vor den Winterspielen in Vancouver 2010 kämpften die Skispringerinnen vergeblich um eine Aufnahme ins olympische Programm. Doch bei den Olympischen Spielen in Sotschi im Jahr 2014 werden sie erstmals dabei sein.
Mattel: Ein Traum ist wahr geworden
"Es ist wunderbar zu sehen, dass sich das Damenskispringen vorwärts bewegt um eine der wichtigsten Wintersportarten für Frauen zu werden“, so die aktuelle Weltmeisterin Daniela Iraschko. "Ich hoffe, mein Knie ist stabil genug, um in Lillehammer und in der gesamten Saison gut abzuschneiden."
"Diese Saison wird für das Damenskispringen sehr aufregend. Die Stimmung unter den Frauen ist unglaublich. Wir sind alle sehr glücklich und stolz, dass in unserer Disziplin der Weltcup eingeführt wurde und dass unser Sport endlich in das Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen wurde", sagt die Italienerin Elena Runggaldier und ergänzt: "Jetzt ist es an der Zeit loszulegen und diese große Veränderung zu genießen!"
"Mein Traum, unser aller Traum ist wahr geworden", so die Französin Coline Mattel. "Ich bin ziemlich gespannt darauf in die Saison zu starten, aber auch etwas ängstlich. Ich denke, wir alle wollen zeigen – vor allem weil wir im Fernsehen zu sehen sein werden – dass unser Level stetig steigt und wir es verdient haben, diesen Kampf zu gewinnen.”
Häfele: Weltcup weiterer Schritt in Richtung Sotschi
"Wir haben tolle Wettbewerbe und jetzt kann das auch der Rest der Welt sehen", so die Amerikanerin Lindsey Van, die sich im Oktober einer Hüftoperation unterzog und deshalb den Weltcupauftakt verpasst.
"Der Weltcup ist ein weiterer Schritt in Richtung Sotschi, vor allem, was die Beliebtheit des Sports und die Berichterstattung angeht“, so Anna Häfele vom SC Willingen. "Viele Menschen wissen immer noch nicht, dass auch Frauen Skispringen können. Nun haben wir die Chance, das zu beweisen. Es ist einfach großartig, Teil dieses besonderen Moments zu sein." Am Ende würden sie Sportgeschichte schreiben, so Häfele. "Und das gibt uns das Gefühl, endlich akzeptiert zu sein." (akl)