
Die desaströse Lage im finnischen Team (
SKIJUMPING.de kommentierte) spitzt sich seit dem Sommer weiter zu: Beim gestrigen Mannschaftswettbewerb konnten die Finnen den blamablen neunten Platz aus Kuusamo noch toppen und erreichten lediglich Platz zehn. Ebenso im heutigen Einzelwettbewerb erbrachte einzig Janne Happonen auf Rang 17 eine akzeptable Leistung. Anssi Koivuranta schaffte es nicht einmal in den Wettkampf; Matti Hautamäki und Olli Muotka verpassten das Finale. Besserung ist kaum in Sicht, da sich durch die ausbleibenden Leistungen nun auch die bereits kritische finanzielle Lage des Teams noch verschlechtert. Cheftrainer Pekka Niemelä spricht gegenüber 'MTV 3' von einem Teufelskreis, der kaum zu duchbrechen sei.
Krisensitzung in Harrachov
Das Hauptproblem liege in den fehlenden Traininsgeinheiten. Im Gegensatz zu den anderen Nationen haben die Finnen laut Niemelä seit dem Weltcup-Beginn kein Training auf Schnee absolvieren können und lägen somit in der Vorbereitung weit hinter der Konkurrenz. "Es ist ein Teufelskreis wenn wir von Wettkampf zu Wettkampf gehen ohne dazwischen trainieren zu können. Das muss jetzt gestoppt werden. Es ist ein harter Weg in dieser Situation zu trainieren. Wenn es uns gelingt, in Ruhe nach vorne zu schauen, werden auch noch gute Ergebnisse kommen."
Um dies zu erreichen, hat Pekka Niemelä nun die Notbremse gezogen und einen Trainingslehrgang in Engelberg angesetzt. Bereits am Dienstag werden die Finnen in die Schweiz reisen, um endlich in Ruhe trainieren zu können, wie das gesamte Team in einer Krisensitzung am gestrigen Samstag in Harrachov entschieden hat. Allerdings werden die Springer die Kosten hierfür aus eigener Tasche bezahlen müssen, da der finnische Verband nicht gewillt ist, auf die Krisensituation zu reagieren.
Verband verweigert Unterstützung
"Der Lehrgang war bei der Planung im Oktober nicht eingerechnet und die Verbandsleitung hat deshalb entschieden, dass die Kosten nicht übernommen werden. Wir haben vorgeschlagen, dass ein Training anstatt in Engelberg in Ruka oder Vuokatti absolviert werden könnte“, so der Vorsitzende des finnischen Skiverbands Mauri Haataja.
Dem finnischen Team geht es jedoch darum, sich am Weltcup-Austragungsort auf die internationale Konkurrenz vorzubereiten und zusätzliche Reisestrapazen zu vermeiden. Wie Pekka Niemelä kommentiert, könne man ohne eine gewisse Flexilbilität keinen Spitzensport betreiben: "Wenn Tiger Woods seinen Schlag verloren hat, geht er ins Training. Wenn unsere Skispringer ihre Form verloren haben, ist die nächste Trainingsmöglichkeit der nächste Wettkampf."
Verlust des vierten Startplatzes droht
Das Training ist in der jetzigen Situation die einzige Chance für eine Überwindung der Krise. Ohne bessere Ergebnisse im Weltcup könnten die Finnen ihren vierten Startplatz verlieren und zur Vierschanzentournee mit nur drei Springern anreisen. Die finanzielle Situation ist ohne die Unterstützung durch den Verband zudem so schlecht, dass das Team zur Vierschanzentournee ohne Teamführer und Arzt fahren müsste. Der Teufelskreis wird so mit Sicherheit schwer zu durchbrechen sein. (abr)
Foto: Tadeusz Mieczynski
| finland fan | 17.12.2011 | 14:46:50 |
der trainer mus weg einfach weg eus finland ich möchte ein neuen trainer haben nemlich mikka keuenkoski oder tommi nickenen
|
| Tom | 15.12.2011 | 12:50:09 |
Das ist sehr traurig zu hören. Ich hoffe die Trainingsmöglichkeiten werden bald besser.
Und die Deutschen geben einem Matin Schmitt so viel Extratraining usw und er bringt nix und des kostet nur ein haufen Geld.
Die Finnen werden aus weniger Geld mehr erreichen!
|
| Felix | 12.12.2011 | 16:31:11 |
...und in der Vergangenheit auch relativ viel Verletzungspech.
Leistungsträger wie Ville Larinto und Janne Happonen können da mit evtl. ansprechenden Resultaten auch nichts an dem Szenario ändern. Bedingt durch Verletzungspausen!
Nachwuchsförderung gibt es ja auch kaum und ich würde sogar soweit gehen, dass das Skispringen durch das "Nieschen-da-sein" kaum noch junge angehende Sportler begeistert.
Sehr traurig für die Springer... Ich hoffe, dass Janne Happonen und Matti Hautamäki sich wieder in den Top-15 etablieren können. Die vielleicht einzige Möglichkeit, das finnische Springen zu retten. Diesem sympatischen Team ist es nur zu wünschen!
|
| Bernd | 12.12.2011 | 13:19:08 |
Tja, da haben die Springer die Arschkarte gezogen.
Natürlich können sie da keine Leistung bringen.
Finnland hat rudimentäre Strukturprobleme.
Wenn es so weiter geht, dann wird das Skispringen dort aussterben.
|
| Skispringerin | 11.12.2011 | 23:22:56 |
Finnland (Verband/Staat/Städte) sollte endlich mal aufwachen - die unterstützen ja auch weder den Nachwuchs noch investieren sie in Schanzen! Die Vereine kriegen von nirgendwo Gelder für ihre Kinder/Schanzen, zahlreiche Schanzen verkommen, im Sommer kann so gut wie nicht gesprungen werden, weil keine Gelder für Matten zur Verfügung stehen - so kann es ja auch in Zukunft nicht besser werden!
PS vorab: Für Besserwisser: ich hab die Informationen von vor Ort!
|
| snowflake | 11.12.2011 | 20:38:50 |
schon traurig wie weit es bei den finnen gekommen ist... da kann man echt nur hoffen dass es bei ihnen bald wieder besser läuft. aber zum skiverband fehlen mir echt die worte... 
|
| Hüpfer | 11.12.2011 | 19:42:50 |
Das ist doch echt blamabel für so eine Nation! Mir tun die Springer und der Trainer Leid - hoffentlich läuft es in Engelberg etwas besser! *daumendrück*
|