
Der Streit zwischen dem finnischen Skisprungteam und dem Verband ist nach wie vor nicht beigelegt. Nun kritisierte Ville Kantee, ehemaliger Skispringer und langjähriger Trainer im finnischen Skisprungteam, den Verband gegenüber 'MTV3' scharf und forderte einen Wechsel in der Führung. "Jetzt ist der Moment für eine Erneuerung gekommen", so Kantee. "Vorsitzende und Trainer kommunizieren überhaupt nicht mehr miteinander."
Kantee: Budget reicht nicht einmal für die gesamte Weltcup-Saison
Auf diese Weise bringe man die Disziplin nicht wieder nach vorn. "Das Skispringen durchlebt nun eine kritische Zeit, die Disziplin wurde die letzten Jahre lang immer weiter nach unten gefahren", berichtet Kantee. "Ich habe jetzt unter drei verschiedenen Cheftrainern gearbeitet und fast jedes Jahr wurde das Budget gekürzt. Die Grenze ist erreicht."
Der Vorsitzende des finnischen Skiverbands, Mauri Haataja, behaupte zwar, dass das Budget gemeinsam mit dem Cheftrainer erstellt würde. Das sei jedoch nicht der Fall. "Das Geld, das uns zur Verfügung gestellt wird, reicht nicht einmal für den ganzen Weltcup. Meiner Meinung nach wäre es im Interesse der Disziplin, dass der Vorsitzende über eine neue Aufgabe nachdenkt", fordert Kantee.
Opposition gegen Verbandsvorsitzenden Haataja
Wie die finnische Zeitung Ilta-Sanomat heute berichtet, fordere nun sogar die gesamte Skisprungmannschaft in einer E-Mail den sofortigen Rücktritt des Vorsitzenden Mauri Haataja, da dieser kein Gespür für den Skisprungsport besitze.
Der Sprecher des finnischen Verbands, Ilkka Tiilikainen, versuchte gegenüber 'MTV3' am heutigen Vormittag die Wogen zu glätten. Team und Verband sollten sich möglichst schnell an einen Tisch setzten. Mauri Haataja sei im letzten Frühling zum Vorsitzenden gewählt worden und der Verband stehe hinter ihm. Man wünsche sich auch, dass das Skispringen in Finnland aus der Krise herauskomme. Im letzten Jahr habe man allerdings einen Verlust von 200.000 Euro gemacht, was ebenfalls zu beachten sei. (abr)