
Die Jubiläumsauflage der Vierschanzentournee verspricht eine der spannendsten der Geschichte zu werden. Denn unter den Springern, die zum 60. Mal auf den Schanzen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen um den begehrten Titel kämpfen, ist kein klarer Favorit auszumachen.
Morgenstern meist unter den besten Zehn der Tournee
Andreas Kofler geht zum ersten Mal als Weltcupführender in die Traditionsveranstaltung, bei der er wie in seiner gesamten Karriere Höhen und Tiefen erlebt hat. So war er im Jahr vor seinem Tourneesieg nur 28. der Gesamtwertung gewesen, hatte in Bischofshofen gar die Qualifikation verfehlt. Bei der vergangenen Tournee war Kofler als Achter gerade einmal viertbester Österreicher. Nichtsdestotrotz ist dem Tiroler der zweite Titelgewinn zuzutrauen, da er gelernt hat, sowohl mit Rückschlägen als auch dem Erwartungsdruck umzugehen.
Titelverteidiger Thomas Morgenstern weist im Gegensatz zu Kofler eine überragende Tourneebilanz auf. Bis auf eine Ausnahme landete der Kärntner bei jeder Teilnahme unter den besten Zehn der Gesamtwertung. Ihn sollte man demnach immer auf der Rechnung haben, auch wenn er in diesem Winter noch nicht die Top-Form des Sommers und der vergangenen Weltcupsaison zeigen konnte.
Schlierenzauer mit fünf Tagessiegen bester Aktiver
Kofler und Morgenstern sind unter den Top Ten des Gesamtweltcups die Einzigen, die die Tournee bereits gewinnen konnten. Ihr Teamkollege Gregor Schlierenzauer musste sich bei seiner ersten Vierschanzentournee nur dem Senkrechtstarter Anders Jacobsen geschlagen geben. Seitdem landete der Tiroler noch zwei weitere Male unter den besten Fünf, sowie einmal unter den besten 15. In der vergangenen Saison konnte er aufgrund einer Knieverletzung erst in Innsbruck ins Tourneegeschehen eingreifen.
Für einen Tagessieg ist Gregor Schlierenzauer heuer allemal gut, wobei dieser weder Garant noch Voraussetzung für einen Tourneesieg ist. Fünf Tagessiege kann Schlierenzauer bereits vorweisen und ist damit gemeinsam mit dem Japaner Kazuyoshi Funaki unter den Aktiven der Beste. Allerdings ist er unter den Top Ten der Springer mit den meisten Tagessiegen der Einzige ohne Tourneetitel.
Freitag in der "Familienwertung" bislang hinten
Der vierte Österreicher unter den besten Zehn des Weltcups, Martin Koch, ist ein Vierschanzentournee-Veteran: Der 29-Jährige ist heuer zum 14. Mal dabei. Seine beste Platzierung war der fünfte Rang 2011. Er ist wie einige andere in den Top Ten weniger ein Siegkandidat, sondern viel mehr ein Anwärter für eine Platzierung unter den besten Zehn. Bei optimalem Tourneeverlauf ist jedoch auch ein Platz auf dem Stockerl möglich.
Das gilt ebenso für Richard Freitag, der in der "Familienwertung" derzeit noch hinter seinem Vater Holger liegt. Dieser beendete die Vierschanzentournee 1983/1984 als 15., für Sohn Richard steht Rang 17 als beste Platzierung zu Buche. Teamkollege Severin Freund schnupperte mit Rang zwölf bereits an den Top Ten. Freitag und Freund haben als Vierter bzw. Sechster des Gesamtweltcups das deutsche Team in die beste Ausgangslage seit Jahren gebracht. Ob einer der beiden den Tourneesieg erringt, ist fraglich - einen Podestplatz hält die Mehrheit der SKIJUMPING.de-Leser jedoch für möglich.
Stoch und Kranjec als Nachfolger ihrer Landsleute Malysz und Peterka?
Der hinter Freund im Gesamtweltcup platzierte Pole Kamil Stoch kann nach seinem Finalsprung in Engelberg, der ihn von Rang neun auf den zweiten Platz katapultierte, die Generalprobe für die anstehende Tournee als gelungen bezeichnen. Stoch sprang bei der Tournee bislang zweimal unter die besten 15, eine Top-Ten-Platzierung wäre also bereits ein Erfolg. Sollte ihm der Sprung nach ganz oben gelingen, wäre Stoch nach Adam Malysz erst der zweite Pole, der die Vierschanzentournee gewinnt.
Analog wäre Robert Kranjec der zweite slowenische Titelträger nach Primoz Peterka. Doch auch wenn sich der einstige reine Fliegertyp mittlerweile zum Allrounder gewandelt hat – ein Tourneesieg ist in weiter Ferne. Als bestes Ergebnis bei zehn Teilnahmen steht für Kranjec ein 14. Rang zu Buche. Der Tscheche Roman Koudelka war mit Platz elf bereits nah dran an den besten Zehn der Tourneewertung. Nach seinem schweren Sturz in Harrachov meldete sich der 22-Jährige in Engelberg mit den Rängen sieben und zehn stark zurück und wird auf einen Top-Ten-Platz bei der Tournee schielen.
Ammann in Lauerstellung, Bardal auf Jacobsens Spuren?
Nicht vergessen sollte man auf Rang elf in der Weltcupgesamtwertung einen Siegkandidat in Lauerstellung. Simon Ammann scheiterte mehrmals knapp an einem Tournee-Erfolg, drei Mal fehlten ihm jeweils etwa 30 Punkte auf den Sieger. Am knappsten verfehlte er den Titelgewinn rein punktetechnisch bei der Tournee 2009/2010, als er mit knapp 19 Zählern Rückstand Fünfter wurde. Wie Martin Koch geht er heuer in seine 14. Tournee, die er endlich als Titelträger beenden möchte.
Der vielleicht unscheinbarste Favorit auf den Sieg der Vierschanzentournee ist der Norweger Anders Bardal. Er kann mit einem siebten Platz zwar bereits ein Top-Ten-Ergebnis vorweisen, wurde jedoch auch zwei Mal vorübergehend in den Continentalcup verfrachtet und nicht für die Tournee berücksichtigt. Doch diesen Winter hat der "schüchterne, alte Kerl" laut Teamkollege Tom Hilde mehr Selbstbewusstsein als die meisten seiner Konkurrenten. Bardal sammelte bereits vier Podestplätze, in Engelberg sicherte er sich den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere. Damit geht der 29-Jährige als Zweiter des Gesamtweltcups und womöglich in der Form seines Lebens in seine achte Tournee.
Übrigens hatte auch Landsmann Anders Jacobsen seinerzeit vor dem Tournee-Erfolg 2006/2007 vier Podestplätze erreicht, darunter einen Sieg in Engelberg. Wenn das mal nicht ein Wink des Schicksals ist... (akl)
| annap_97 | 26.12.2011 | 17:59:26 |
@hgstrm
Okay, am Schluss sehen wir, wer Recht gehabt hat. 
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| Marcel | 25.12.2011 | 21:39:53 |
Schlierenzauer hätte es durchaus verndient... :O
Ob er gewinnt, werden wir wohl erst erfahren nach Obersdorf, weil erst dann wissen wir ob er seine (wie er sie nennt) "Waffen" einsetzt...
Weill WENN er seine Waffen einsetzt, dann hat keiner mehr eine Chance, weil KEINER kann so mit dem Luft spielen wie er ...
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| barbara | 25.12.2011 | 21:24:47 |
@freitag-fan: das ist vielleicht dein wunsch,dass das so eintrifft.
ich glaube jedoch, dass er sie sehr wohl gewinnen wird.
nicht unbedingt die kommende, aber einmal wird er wohl gewinnen.
wüsste auch nicht was dagegen spricht, er ist noch sehr jung.
bei ammann kann man das wohl eher annehmen, obwohl ich ihm den sieg durchaus zutraue, da er ein alter fuchs ist.
ich gönne schlierenzauer den sieg auch am meisten.
aber wie es auch kommt, der beste möge gewinnen.
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| Freitag Fan | 25.12.2011 | 20:36:58 |
Schlierenzauer Favorit hin oder her, ich glaub nicht das er die Tournee gewinnt. Schlierenzauer wird auch immer einer bleiben, der die Tournee nie gewinnen wird.Egal wie oft er noch als Favorit in eine Tournee startet.
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| M.S.- Fan | 24.12.2011 | 12:48:47 |
Simon Ammann oder Martin Schmitt! 
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| Markus | 24.12.2011 | 08:18:02 |
würde es auch schlierenzauer am meisten gönnen.
bardal wäre auch fein, aber wie gesagt-mein favorit ist eindeutig schlierenzauer.
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| Charlie | 24.12.2011 | 01:50:09 |
Ich würde es Bardal wünschen.
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| Kathi | 23.12.2011 | 21:23:07 |
Schlierenzauer, er hat es einfach verdient!!!
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| astrid | 23.12.2011 | 20:53:37 |
ich glaube der janne ahonnen wirds machen
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| hgstrm | 23.12.2011 | 20:31:50 |
Das ist jetzt vielleicht auch ein Bischen voreilig, aber ich sage, dass KEIN Österreicher die Tournee gewinnt.
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