
Die Erwartungen für die erste Saison ohne Adam Malysz waren in Polen groß und auch Lukasz Kruczek hatte sich mit dem Ziel, um die Top Drei der Nationenwertung zu kämpfen, hohe Ziele gesteckt. Nach den ausbleibenden Erfolgen seiner Mannschaft gerät der polnische Cheftrainer nun in die Kritik und wurde vom ehemaligen Skispringer Wojciech Fortuna stark angegriffen. So äußert Fortuna, überraschender Sieger von der Großschanze bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo, in einem Interview mit 'Dziennik Polski' starke Zweifel an den jetzigen Trainingsmethoden und fordert eine Umbesetzung des Cheftrainerpostens.
Trainer mit Autorität nötig
"Ich bin der Meinung, die Polen brauchen einen Trainer mit Autorität. So einen wie Hannu Lepistö, der weiß worum es geht", argumentiert Fortuna. Lukasz Kruczek eigne sich nur als Stützpunktrainer. Seine Ansicht begründet der Olympiasieger von 1972 mit den schlechten Leistungen der polnischen Skispringer - man sehe ja, wie verloren die Polen unter Kruczek wirkten: "Im Gegensatz zu den anderen Nationen haben sie sich doch um zwei Klassen verschlechtert. Jetzt verlieren sie sogar gegen die Kasachen und Esten." Demnach sei auch keine Leistungssteigerung in Aussicht. Ebenso müsse man sich um Kamil Stoch große Sorgen machen. Schließlich habe dieser ein Riesenpotential und könnte mit dem richtigen Trainer sogar gegen die Österreicher gewinnen. "Kamil kann noch aufwachen. Aber an den Rest glaube ich nicht. Die Saison ist für sie gelaufen", bilanziert Fortuna, der gleichzeitig zugibt, nie selbst als Trainer gearbeitet zu haben.
Die Lösung des Problems: Adam Malysz
Einen Weg aus der Krise sieht Wojciech Fortuna jedoch schon. Man müsse nur mit Adam Malysz zusammenarbeiten, am besten solle dieser Sportdirektor im polnischen Skiverband werden: "Adam Malysz fehlt uns. Er hat immer gewusst, was gebraucht wird, er hatte so eine Intuition. Wenn es mit der Form bergab ging, wusste er, wo er sie suchen sollte. Er könnte doch alles regeln. Sowohl die Trainer wie das Material." Bisher hätten die Verantwortlichen in Polen jedoch wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit Adam Malysz gezeigt. Sollte es nicht gelingen Malysz in die Entwicklung des polnischen Skispringens einzubeziehen, sieht Fortuna pessimistisch in die Zukunft: "Sonst wird sich nichts ändern und wir werden immer nur hören, wie toll es läuft. Aber das tut es nicht." (abr)