
Der erfahrenste russische Skispringer, Dimitry Vassiliev, sieht sein Team heimischen Medien zufolge im Wachstum begriffen. "Wir sind physisch gut aufgelegt und halten regelmäßig verschiedene Tests ab, bei denen sich von Mal zu Mal bessere Resultate zeigen", so Vassiliev. Das Einzige, das im ersten Teil der Saison gefehlt habe, seien ausreichend Schneesprünge. Er sei jedoch zuversichtlich, dass das Team mit ein wenig Glück im neuen Jahr gute Ergebnisse erzielen könne.
Kornilov hadert mit mangelnder Konstanz
Bei der Vierschanzentournee zeigte sich zumindest eine leichte Aufwärtstendenz. Bester Russe in der Tourneewertung war Denis Kornilov auf Rang 15, Vassiliev erzielte mit Platz 21 ein passables Ergebnis. Im Gesamtweltcup rückte er auf Platz 31 vor, Kornilov belegt nun den 15. Rang.
Dennoch ist Kornilov nicht vollständig zufrieden, da er keine Stabilität findet. "In allen Wettbewerben, in denen ich Punkte erzielen konnte, war ich nach dem ersten Sprung in den Top Ten. Aber nur zwei Mal konnte ich diese Position halten", so Kornilov vor der Vierschanzentournee. Man könne das natürlich auf schlechte Wetterbedingungen schieben, "aber so ist Skispringen. Das Wetter wird immer für ein paar Veränderungen sorgen – nicht nur im Weltcup, sondern auch bei den Olympischen Spielen." Deswegen müsse man das Wetter als gegeben hinnehmen und damit zurechtkommen.
Vassiliev der heimliche Anführer
Obwohl Denis Kornilov der derzeit beste Russe im Team ist, sieht er sich nicht in einer Führungsrolle. Dimitry Vassiliev habe viele Jahre Skisprungerfahrung und sei deswegen der heimliche Anführer. "Wir nennen ihn Captain."
"Captain" Vassiliev glaubt nicht, dass er mit dann 34 Jahren zu alt ist für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi. "Wenn man sich körperlich und geistig fit hält, kann man in jedem Fall um Top-Platzierungen mitkämpfen." Dass Alter kein Hindernis für gute Ergebnisse sei, beweise der japanische Skisprung-Veteran Noriaki Kasai, der trotz seiner 39 Lenze und Rückenproblemen nach wie vor springt und sich wie Vassiliev die Spiele in Sotschi als Ziel gesetzt hat.
Goldmedaille in Sotschi möglich
Vassiliev glaubt, dass sich die Früchte der Zusammenarbeit mit ausländischen Experten wie Richard Schallert erst in etwa zwei Jahren zeigen werden und man zu den Olympischen Spielen im eigenen Land in Höchstform sein werde. "Wir können in Sotschi eine Medaille gewinnen", glaubt Vassiliev. "Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass Russland im Skispringen Gold holen kann." (akl)
Foto: Tadeusz Mieczynski