
Nach den turbulenten Wochen im finnischen Skisprungteam, die von Streitigkeiten mit dem Verband und ausbleibenden Erfolgen bei den Wettbewerben geprägt waren, hat Cheftrainer Pekka Niemelä nun die Notbremse gezogen und für einen Teil der Mannschaft eine Auszeit vom Weltcup-Geschehen angeordnet. Wie er gegenüber SKIJUMPING.de erklärt, soll durch Basisarbeit zu Hause in Finnland die Grundlage für ein gutes Abschneiden gegen Ende der Saison geschaffen werden. Wichtig sei es nun, die Bedürfnisse der einzelnen Athleten im Fokus zu haben. Momentan stehe dabei die Arbeit mit Matti Hautamäki, der
auf seiner Heimschanze trainiert, im Vordergrund.
Niemelä: Hautamäki hat Sprunggefühl verloren
"Matti ist ein wichtiger Skispringer in unserem Team und man muss nun an die wichtigen Wettbewerbe am Ende der Saison denken. Er kann immer noch gute Sprünge zeigen, momentan hat er aber sein persönliches Sprunggefühl verloren. Jetzt geht es darum, die Anfahrposition und andere Kleinigkeiten zu verbessern. Um dies zu erreichen, sind einige Wochen Wettkampfpause und Training zu Hause geplant", erläutert Pekka Niemelä im Gespräch mit SKIJUMPING.de. Schließlich müsse auch die Gelegenheit genutzt werden, um endlich zu Hause in Ruhe auf Schnee zu trainieren, da der Schneemangel Trainingseinheiten in Finnland lange verhindert hatte.
Während Pekka Niemelä das Training in Finnland leitet, übernimmt sein Assistent Ari-Pekka Nikkola derweil die Betreuung der Athleten im Weltcup. Geplant ist, in Val di Fiemme wieder in üblicher Besetzung in den Weltcup einzusteigen.
Happonen soll ins Training, Larinto bald zurück
Janne Happonen wird sich nach den Wettbewerben in Zakopane dem Training zu Hause anschließen und nicht nach Japan reisen. Durch die lange Verletzungspause müsse bei ihm nun der Rückstand an Trainingssprüngen aufgeholt werden. "Im letzten Sommer konnte er im Vergleich zu anderen Weltcup-Springern nur 20 Prozent des Trainings absolvieren. Wie viel können wir also im Moment von ihm erwarten?", versucht Niemelä die Situation seines Schützlings deutlich zu machen. Wenn man Happonen etwas Zeit lasse, werde er aber schon bald wieder konstante Sprünge zeigen. Auch auf die Rückkehr von Ville Larinto, die laut Pekka Niemelä schon bald ansteht, dürfe man sich freuen.
Haupziel: Athleten mit größtem Potential zurückholen
Für den Moment sei das Hauptziel aber die Springer in diesen schwierigen Tagen zu unterstützen. Das sei jetzt die wichtigste Aufgabe. "Vor allem geht es darum, die Athleten mit dem größten Potential zurück zu bringen. Das ist eine große Herausforderung, manchmal ein bisschen schwierig, aber wir müssen an uns glauben", so der finnische Cheftrainer. (abr)
Foto: Tadeusz Mieczynski