Weltcup: Während es gestern für Team Norwegen nicht ganz so rund lief und Anders Bardal als derzeitiger Weltcup-Dritter nicht den zweiten Durchgang erreichte, brachte Bardals dritter Platz heute den erhofften Erfolg. Im Interview mit SKIJUMPING.de-Redakteurin Anna Baumgartner kommentierte Cheftrainer Alexander Stöckl nach dem heutigen Wettbewerb in Zakopane das Abschneiden seiner erfahrenen Springer Anders Bardal und Johan Remen Evensen und fand lobende Worte für den Aufschwung bei den jungen Athleten seines Weltcup-Teams.
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum dritten Platz von Anders Bardal. Wie schätzen Sie das Abschneiden ihres momentanen Spitzenmanns in Zakopane ein?
Alexander Stöckl: Heute ist er da, wo er hingehört, also auf dem Podium. Das entspricht seinem Leistungspotential. Das ist das, was er kann. Gestern war es natürlich eine ganz schwierige Situation: Die Windverhältnisse waren nicht einfach und durch den starken Schneefall war die Spur sehr langsam. Er hat relativ schlechte Verhältnisse gehabt und das war einfach zu wenig, um da einen guten Sprung zu machen. Durch den heutigen Podiumsplatz können wir aber mit dem Wochenende zufrieden sein.
Und der Rest der Mannschaft?
Stöckl: Mit dem sind wir auch sehr zufrieden. Kenneth Gangnes war super, Vegard Sklett hat im zweiten Durchgang einen tollen Sprung gemacht. Das war wirklich schön anzusehen. Rune Velta ist zwar ein wenig zurückgefallen, ist aber relativ konstant und der Rest der Mannschaft ist auch ganz positiv einzuschätzen.
Johan Remen Evensen hatte sich am Freitag beim Volleyball-Training verletzt und musste pausieren. Heute schien er Probleme zu haben und ist nicht in den zweiten Durchgang gekommen. Wie stark war seine heutige Leistung von der Verletzung beeinflusst?
Stöckl: Es geht ihm schon besser, aber noch nicht hundertprozentig. Er hat eine Prellung unter der Kniescheibe, das ist natürlich sehr schmerzhaft und behindert ihn schon ein bisschen im Sprung. Er hat ja hier kein Training gehabt und war aber im ersten Sprung bei der Qualifikation ganz gut. Im ersten Durchgang hat er dann kleine Fehler gehabt. Ich denke, das hat etwas mit der Verletzung zu tun und das macht es ein wenig schwieriger für ihn.
Die jungen Springer im norwegischen Team werden immer stärker. Liegt das an Ihrem Einfluss und den Erfahrungen aus der Jugendarbeit in Stams?
Stöckl: Möglicherweise, ich weiß es nicht (lacht). Nein, ich denke, dass die Arbeit im B-Kader sehr gut funktioniert. Wir haben da eine sehr gute Kommunikation. Im Continentalcup haben die Athleten tolle Leistungen gebracht. Da war es für mich klar, dass man die Athleten im Weltcup einsetzt. Wenn sie über den Continentalcup den zusätzlichen Quotenplatz erspringen, dann haben sie das verdient. Und man hat ja auch gesehen, dass sie es bei mehreren Weltcups schaffen, in die Punkte zu kommen und dann gut abschneiden.
Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die nächsten Wettkämpfe!