Weltcup: Nicht ganz zufrieden sein kann die deutsche Mannschaft mit dem Abschneiden beim Einzel-Skifliegen in Oberstdorf. Mit Severin Freund schaffte es der beste Deutsche gerade einmal auf Platz zehn. "Beide Sprünge waren nicht wirklich gut, aber genau das braucht man auf so einer Schanze. Könnte ich die guten Dinge aus beiden Sprüngen kombinieren, wäre noch deutlich mehr drin", kommentiert Freund den Wettbewerb. "Das nehme ich mir nun für morgen vor."
Mehr erhofft hat sich auch Richard Freitag, der mit einem 18. Platz an seine gute Leistung aus dem Probedurchgang nicht anknüpfen konnte. "Das Fazit fällt nicht so gut aus. Die Trainingssprünge waren eindeutig besser als die Wettkampfsprünge", so der Sachse. "Ich bin nicht zufrieden."
Zufrieden sein kann dagegen Andreas Wank, der heute seinen 24. Geburtstag feierte und mit Rang 13 seinen Aufwärtstrend weiter fortsetzen kann: "Ich bin sehr zufrieden. Meine Sprünge waren in Ordnung. Es läuft gut und mein Paket für nächste Woche habe ich geschnürt."
Michael Neumayer: "Mir ging es richtig dreckig"
Mit einer anderen Zielsetzung ging Michael Neumayer das vorletzte Springen im Rahmen der FIS-Team-Tour an. "Ich bin froh, dass ich überhaupt wieder auf den Beinen stehe. Ich bin zehn Tage im Bett gelegen, daher sollte man von mir keine Wunder erwarten", sagt Neumayer, der aufgrund eines grippalen Infekts
schon vergangenes Wochenende aus Willingen abreisen musste. "Mir ging es bis gestern richtig dreckig. Für mich ist es das Ziel, bis zur Skiflug-WM am nächsten Wochenende fit zu werden. Und da bin ich zuversichtlich."
Lob für Andreas Wank
Unzufrieden zeigte sich auch Bundestrainer Werner Schuster. "Wir waren mit unseren Leuten in der Nebenrolle, sind zu fehlerhaft gesprungen", so Schuster. "Severin ist nahe dran, aber er hat im zweiten Durchgang einen großen Fehler gemacht. Richie ist dagegen noch in einer Entwicklungsphase, in der man ihn in Schutz nehmen muss. Er hat sich extrem bemüht, aber ihm ist leider ein Fehler unterlaufen."
Positiv hervorzuheben sei allerdings Andreas Wank. "So einen beherzten Skispringer habe ich lange nicht erlebt. Er hat einen guten zweiten Sprung gezeigt und entwickelt sich zu einem wichtigen dritten Mann." (mrs)